„AG Courage“ am VGE gegründet

Erftstadt-Liblar. Laut einer Pressemitteilung hat sich am Liblarer „Ville Gymnasium“ eine AG gegründet, die sich für Zivilcourage und gegen Rechtsextremismus engagiert. In einer ersten Aktion der „AG Courage“ seien ca. 80 Sticker der „Freien Kräfte Köln“ und 15 Plakate entfernt worden, die für einen Naziaufmarsch am 1. Mai in Berlin warben.
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Flugblätter und Briefe gegen „pro NRW“ im Rhein-Erft-Kreis

Hinweis: Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern!

Bergheim. Die Kreisstadt gilt als Zentrum der extrem rechten Partei „pro NRW“ im Rhein-Erft-Kreis. Grund genug für die „Antifa Erftstadt“ Flugblätter gegen die rassistische Partei zu verteilen und die Lokalpolitik dazu aufzufordern Rassismus auch in Parlamenten nicht salonfähig zu machen.

Bei der Kommunalwahl erhielt „pro NRW“ in Bergheim 1.824 von kreisweit insgesamt 5.159 Zweitstimmen. Drei Abgeordneten der rechten Bürgerbewegung gelang der Einzug in den Stadtrat. Zweien der Einzug in den Kreistag.
Bergheim ist gemessen an den Einwohner_innenzahlen mit rund 62.000 Einwohner_innen knapp hinter Kerpen die bevölkerungsreichste Stadt im Kreis. Außer Bergheim gehören noch neun andere Städte und Gemeinden zum Rhein-Erft-Kreis. Auf diese verteilen sich die restlichen rund 3.300 Zweitstimmen für „pro NRW“.
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NPD-Sexualstraftäter Dominique Oster und die NPD im Rhein-Erft-Kreis

Bonn/Siegburg/Rhein-Erft-Kreis. Der ehemalige NPD Kreistagesabgeordnete im Rhein-Sieg-Kreis, Dominique Oster (Bild), der zugleich auch für das „Bündnis für Deutschland“ aktiv war befindet sich in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen die anfangs vierjährige Tochter seiner Lebensgefährtin über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren sechsmal sexuell missbraucht zu haben. Desweiteren wird ihm vorgeworfen eine 15-Jährige zwischen Januar 2007 und April 2008 immer wieder belästigt zu haben. Auf seinem Computer wurden zudem Kinderpornos sichergestellt. Oster hat den Missbrauch inzwischen gestanden und um eine psychatrische Begutachtung gebeten. (Ausführliche Artikel hier und hier.)
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Antifaschistische Kungebung zum Gedenken der Opfer des Holocausts

Die antifayouth.essen ruft auf:

Antifaschistische Kundgebung | 27.01.10 | 17:00 | Essen |Porschekanzel (vor der Marktkirche)

Wir rufen auf zur antifaschistischen Kundgebung
zum Gedenken an die Opfer des Holocausts.

Am 27.01.10 jährt sich zum 65. Mal die Befreiung Auschwitz durch die rote Armee. Nun reden viele in Deutschland davon, dass dies ja schon lange her sei und somit „nicht mehr wichtig“.
Der CDU-Politiker Martin Hohmann hielt am 3. Oktober 2003 im deutschen Bundestag eine Rede, die davon handelte, den Deutschen müsse endlich verziehen werden, Reparaturzahlungen eingestellt und im Gegenzug deutsche Opfer des zweiten Weltkriegs entschädigt werden. Auch könnten die Juden, so Hohmann wörtlich, „zu recht als Tätervolk bezeichnet werden“. Im Bundestag hatte Hohmann bereits zuvor mit Kritik an Homosexuellen und dem Holocaust-Gedenken auf sich aufmerksam gemacht. Aber natürlich distanziert dieser sich von Neonazis und der extremen Rechten. Durch solche relativierende Aussagen wird in Deutschland abgelenkt von den Gräueltaten der Nazis und ein Bild beschworen vom armen Deutschen, der ja auch unter dem Nationalsozialismus gelitten hätte. Neonazis nutzen Veranstaltungen wie Denkmalpflege und Gedenken an deutsche Opfer, um ihre menschenverachtende Ideologie gesellschaftsfähig zu machen, oft sind aber auch Parallelen zwischen der rechtsextremen und der bürgerlichen Erinnerungskultur zu erkennen. Dies gilt es zu bekämpfen!

Deutsche Täter sind keine Opfer!
Kein Vergeben, kein Vergessen!

Infoveranstaltungen zum Naziaufmarsch in Dresden [ergänzt!]

Am 13. Februar 2010 findet in Dresden abermals der größte Naziaufmarsch Europas statt. Bereits im letzten Jahr demonstrierten ca. 6.000 Nazis anlässlich der Bombadierung Dresdens im Zuge des Zweiten Weltkrieges. Darunter auch die „Freien Kräfte Köln“ und die „Gruppe Erft“. In geschichtsrevisionistischer Manier stilisieren die Nazis zu diesem Anlass die Deutschen zu Opfern des allierten „Bombenholocaust“. Zeitgleich trauert auch die dresdner Zivilgesellschaft um die toten Deutschen. Grund genug für antifaschistische Intervention.

Deßhalb wird es in Köln zwei drei antifaschistische Veranstaltungen zum Naziaufmarsch in Dresden und dessen politischer Dimension geben.
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Stellungnahme zum Naziouting in Liblar

Hohe Wellen schlägt derzeit eine Outingaktion gegen den Nationalsozialisten Sebastian Ziesemann aus Erftstadt-Liblar. Dieser war, laut Indymedia, in der Nacht zum 5. Januar mittels Flugblätter in Briefkästen und an Straßenlaternen bildlich illustriert als Nazi seiner Nachbarschaft vorgestellt worden. Im Internet bekennen sich „AntifaschistInnen aus Köln“ hierzu und verweisen auf eine ähnliche Aktion, bei welcher kürzlich der „Freie Kräfte Köln“-Funktionär René Emmerich seiner Nachbarschaft unfreiwillig vorstellig wurde.
Von verschiedensten Seiten zeigten sich bereits Reaktionen. Uns liegen aufschlussreiche Statements von Bürgern und Nazis vor. Uns halbwegs positiv gesonnene Bürger_innen hoffen wenigstens, dass nicht wir hinter dieser „extremistischen“ Aktion stecken. Manch andere_r Bürger_in offenbart dabei nur allzudeutlich, dass nicht die Nazis, sondern Linke- also „die Antifa“ das eigentliche Problem sind. Einig sind sie sich jedoch darin, dass die Aktion als solche abzulehnen sei.
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zwischen Weihnachten und Julfest

Wir wünschen allen Antifaschist_innen und Freund_innen eine erholsame Zeit, einen guten Rutsch und viel Erfolg im neuen Jahr!

Heute wird die Geburt eines jüdischen Kindes gefeiert. Wie stehen eigentlich die Nazis dazu?
Die NSDAP versuchte die emotionale Bindung des christlichen Festes durch ein auf heidnische Traditionen fußendes Julfest zu ersetzen. Diesem Thema widmet sich noch bis zum 17. Januar 2010 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Von wegen Heilige Nacht! – Weihnachten in der politischen Propaganda“ im NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus in Köln (am Appellhofplatz).
Auch die „Jungle World“ griff das Thema in einer Ausgabe mit dem Artikel „Wenn die Ahnen um den Lichtbaum tanzen“ auf.

Rhein-Erft Rundschau: Rechtsradikale wollen Fuß fassen

Wiederholt kam es in Erftstadt zu Treffen der Szene – Politiker sind sensibilisiert

von Ingo Schmitz

Erftstadt. Etabliert hat sich die Szene wohl noch nicht in Erftstadt. Aber es gibt Besorgnis erregende Anzeichen dafür, dass rechtsradikale Gruppierungen Fuß fassen wollen. Eine Gruppe von Politikern hat sich darum nun über Parteigrenzen hinweg zusammengefunden. Sie wollen den Anfängen wehren.
Christian Kirchharz (CDU) hat die Szene im Blick. Schon zu Schulzeiten schrieb der heutige Ratsherr Facharbeiten über das Thema Rechtsradikalismus. Im Internet verfolgt er intensiv, wie die rechten Parteien und Gruppierungen versuchen, von sich Reden zu machen. „In den Kreisen Euskirchen und Düren sind die Rechten stark“, weiß er daher: „Und jetzt versuchen sie nach Erftstadt herüberzuschwappen“, warnt der Ratsherr.
Es war im Mai 2008, als ein Schrei des Entsetzens durch Friesheim ging. Rechtsradikale aus dem Kreis Düren gaben sich als Reservisten der Bundeswehr aus und mieteten den Saal eines Sportvereins an. Die Vermieter schauten im Vorfeld nicht genauer hin. Was sie sich ins Haus geholt hatten, das wurde ihnen erst am Tag der Veranstaltung klar, als die Fahnen mit eindeutigen Beschriftungen und Zeichen schon im Saal hingen.
Die Öffentlichkeit wurde erstmals aufgewühlt. Der Rat beschloss eine „Resolution gegen Rechts“. Damit wollen die Politiker eine klare Position beziehen. Auch Gastwirte und Vereine wurden darin aufgefordert, ihre Säle solchen Gruppierungen nicht zu vermieten. Bürger sollen sensibilisiert werden.
Umso entsetzter war Christiane Obladen (FDP), als sie im zurückliegenden Kommunalwahlkampf einen Stand einer rechtsradikalen Partei am Liblarer Einkaufszentrum entdeckte. „Die warben dort vollkommen ungestört für ihre Ziele“, erinnert sie sich. „Das dürfen wir nicht zulassen.“ Anschließend konnte die Politikerin im Internet verfolgen, wie sich die Mitglieder der Rechts-Außen-Partei auf die Schulter klopften. Die Veranstaltung sei ein voller Erfolg gewesen, besonders darum, weil man ungestört habe agieren können.
Der jüngste Vorfall setzt noch einen drauf. In einer alteingesessenen Gaststätte in Gymnich traf sich eine sogenannte Kameradschaft. „Dort traten ehemalige SS-Mitglieder auf, und es wurden Lieder gesungen, deren Verfassungswidrigkeit zurzeit von den zuständigen Behörden geprüft wird“, weiß Kirchharz.
Bürgermeister Franz-Georg Rips kennt diese Vorgänge. Doch er will die Rechten durch übermäßige Aufmerksamkeit [nicht*, Antifa Erftstadt] stärker reden als sie sind. „Die Ereignisse überschreiten nicht einen gewissen Rahmen“, sagt er – und fügt hinzu: „Für mich steht fest, dass Erftstadt keine braune Stadt werden darf.“
Das ist auch die Zielsetzung einer Politikerrunde, die sich Ende vergangener Woche erstmals traf. An ihr nahmen die Parteivorsitzenden Leonore Bühner (FDP), Volker Kaufmann (Grüne), Uwe Wegner (SPD) und Christian Kirchharz für die CDU teil. „Beim ersten Treffen haben wir uns erst einmal über die Sachlage ausgetauscht“, berichtet Kirchharz. Beschlossene Sache sei aber schon, die Aktivitäten der rechten Szene weiter intensiv zu beobachten, um im Notfall über Parteigrenzen hinweig schnell reagieren zu können.
Zudem hat Kirchharz im Rat den Antrag gestellt, dass in Kürze Experten zum Thema Rechtsradikalismus in den zuständigen Fachgremien Vorträge halten werden. Die Politiker sollen mehr darüber erfahren, mit welchen Strategien die Radikalen vorgehen.

erschienen in der „Rhein-Erft Rundschau“ vom 23. Dezember 2009

*Wort, welches in der Printausgabe fehlt, ergänzt durch die Antifa Erftstadt, da sonst im Kontext widersprüchlich.

Sheepworld wehrt sich gegen Neonazis

Ursensollen/Köln. Einem Bericht des oberpfälzischem Radiosenders „Ramasuri“ nach möchte die in Ursensollen ansässige Firma „Sheepworld“ Anzeige gegen den vorbestraften Neo-Nazi Paul Breuer erstatten. Der aus Köln stammende Nazikader hatte unerlaubterweise das bekannte „Sheepworld“-Motiv „Ohne dich ist alles doof!“ für seine propagandistischen Zwecke verwendet. Breuer wird sich wohl mit einer Unterlassungsklage und Schadensersatzforderung konfrontiert sehen.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits im vergangenen September als Breuer für ein Sticker verantwortlich zeichnete, der unerlaubterweise ein Bild von Germany’s Next Topmodel-Siegerin Lena Gercke verwendete. Auch ein Bild von Claudia Schiffer wurde bereits für die neonazistische Propaganda der „Freien Kräfte Köln“ verwendet, für welches ebenfalls Breuer im Sinne des Presserechts verantwortlich ist. Auch Schiffer schaltete eine Anwaltskanzlei ein.

KStA: „Gerüchte über Treffen in Gymnich“

Erftstadt-Gymnich. In einem offenen Brief teilte die „Antifa Erftstadt“ mit, dass sich Rechtsextreme mehrfach in Gymnich getroffen und gefeiert hätten. Der Verwaltung sei nichts bekannt, sagte Bürgermeister Dr. Franz-Georg Rips. CDU-Stadtverordneter Christian Kirchharz stellte einen Antrag für einen runden Tisch gegen Rechtsextremismus. (hc)

Dieser Artikel erschien im „Kölner Stadt-Anzeiger“ vom 19./20. Dezember 2009.



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