Archiv für September 2008

25. September: Gründung von „pro Bonn“ verhindern!

Nachdem letztes Wochenende das von „pro Köln“ organisierte internationale RechtspopulistInnentreffen erfolgreich verhindert werden konnte und so zimliches jedes kleine Unternehmen im Kontext des Anti-Islamisierungskongresses von der selbsternannten Bürgerbewegung gestört wurde, folgt soll schon bald der nächste Streich folgen. In Bonn ein Kreisverband des rechtspopulistischen Zusammenschlusses „pro NRW“ gegründet werden.

Unter dem Motto „Kein Bock auf ‚pro Bonn‘“ rufen daher verschiedene Initiativen und Parteien zur Verhinderung der Gründungskonferenz von „pro Bonn“ am 25. September 2008 um 19 Uhr auf. Stattfinden soll die Gründung in der Stadthalle in Bonn-Bad-Godesberg (Koblenzer Straße 80).

Als Antifagruppe unterstützen wir selbstverständlich die Bestrebungen zur Verhinderung der Gründung und hoffen, dass „pro Bonn“ eine saftige Niederlage einstecken werden, ähnlich ihrer KollegInnen in Köln im Kontext ihrer „Anti-Islamisierungskonferenz“!
Andererseits wollen wir uns nicht nur gegenüber den RechtspopulistInnen von „pro NRW“ und ihrern Kreisverbänden abgrenzen, sondern auch die Gegenaktivitäten kritisch betrachten.

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Erklärung von Um’s Ganze

Der Feind meines Feindes ist mein Freund? ProKöln, der Islamismus und das Elend der Volksfront.

Wer auf Volksfront macht, handelt sich Probleme ein. Wenn sich die Gäste des “Anti-Islamisierungskongresses” am nächsten Wochenende auf Einladung von Pro-Köln in der Kölner Innenstadt ihr Stelldichein geben, dann wird eine miese Mischung aus Rechtspopulistinnen aller Couleur aus ganz Europa zusammentreffen. Doch eine problematische Mischung wird sich aller Voraussicht nach ebenso diesseits der Barrikade einfinden.

Das Mensch die RechtspopulistInnen in Köln bekämpfen muss, weil sie rechte Ideologien vertreten, darüber besteht von CDU bis zur DKP Einigkeit. Nur: In der Nacht sind scheinbar alle Katzen grau. Die Kölner CDU nutzt den Anlass, um sich als demokratischer Saubermann zu gerieren und den eigenen Standortrassismus unter den Tisch fallen zu lassen. Die “Linken” vom Initiativ e.V. aus Duisburg – die auch schon die islamistische Hisbollah als„Widerstandsorganisation“ hochleben ließen und gewalttätig gegen Leute vorgehen, die das kritisieren – wollen währenddessen die “nationale Souveränität der Völker” verteidigen. Und auch die Islamisten von Milli Görüs und der Al-Nur Moschee aus Berlin wollen nicht fehlen und melden sich zu Wort um “den Islam” zu verteidigen.

Ein Großteil der linken Gegenmobilisierung wiederum sieht in Pro Köln wie eh und jeh das gleiche zu bekämpfende Rassisten- bzw. Nazipack, das es zu bekämpfen gilt. Wer mit dagegen ist, der/die scheint dementsprechend willkommen.

Dass ProKöln aber nicht nur irgendwie aktualisierte Naziideologie, sondern durch die Anrufung einer gemeinsamen europäisch-abendländischen Kultur eine reaktionäre Antwort auf die kapitalistische Globalisierung ist, entgeht ihnen. Ebenso die Tatsache, dass Pro Köln und Co. mit diesem reaktionären Kulturalisierungskonzept als Antwort auf die von ihnen unverstandene Globalisierung gerade derjenigen Bewegung nahestehen, die sie zu bekämpfen vorgeben: den IslamistInnen.

Auch diese halluzinieren sich einen homogenen Kulturraum herbei, in diesem Fall besteht der allerdings aus “Gläubigen” in einer islamistischen Weltgesellschaft, in der Sittenwächter wie z.B.im Iran das Sagen hätten. Und wie es in Ländern wie dem Iran KommunistInnen, AthestInnen, selbständigen oder sich emanzipierenden Frauen, Schwulen und Lesben ergeht, das ist an den geeigneten Orten nachzulesen. Klar sollte sein, daß jeder vernünftige Mensch mit IslamistInnen nichts zu tun haben dürfte, denn sie sind erklärte Feinde aller Bemühungen um Emanzipation.

Ebenso wie der Rechtspopulismus befördert der Islamismus nicht die Freiheit des Einzelnen, sondern ist praktizierter sozialer und politischer Rückschritt, der die grundsätzliche Möglichkeit gesellschaftlicher Befreiung unwahrscheinlicher (als eh schon) werden ließe. Der Islamismus ist wesentlich politisches Phänomen, gerade weil er rassistische Strukturen in den westlichen Gesellschaften zu kulturalisierend versucht. Dazu zu schweigen, sabotiert nicht zuletzt jeden ernst gemeinten Antirassismus.
Eine vernünftige Auseinandersetzung mit dem politischen Phänomen Islamismus, steht in der radikalen Linken (wie im Rest der Gesellschaft) bislang aus, sie ist jedoch aufgrund des reaktionären Charakters des Islamismus dringend geboten. AntifaschistInnen sollten IslamistInnen als politische Gegner bekämpfen und nicht aus falsch verstandener “Toleranz” mit von Rassismus betroffenen in den eigenen Auseinandersetzungen zu dulden.

Islamistische Gruppen wie Milli Görus und Al-Nur Moschee und proislamistische Schlägergruppen wie der “Initiativ e.V“. haben daher weder auf der Demonstration am Freitag noch auf den Blockaden am Samstag etwas verloren. Ihr Kampf wird niemals der unsere sein.

Erklärung des Antifa AK

Nachdem mehre Islamistische Kräfte sich zu Wort gemeldet haben und voraussichtlich versuchen werden, bei den Protesten gegen den “Anti-Islam-Kongress” dieses Wochenende für sich Werbung zu machen, haben sich heute das “Umsganze Bündnis” mit einer Erklärung und der Antifa AK Köln mit dem Flugblatt Text für Samstag zu Wort gemeldet.

Die Erklärung von Umsganze: “Der Feind meines Feindes ist mein Freund? ProKöln, der Islamismus und das Elend der Volksfront.” geht darauf ein, dass diverseste Linke Gruppierung noch immer beim Thema Islamismus einen Blindenfleck haben.

Hier der Flugblatttext des Antifa AK zur selbigen Sache für Samstag:

Denkblockaden lösen!- Rechtspopulisten blockieren!

Heute haben wir uns hier versammelt um, der „Xenophoben Internationalen“ bestehend aus „pro Köln“, „Vlaams Belang“, „FPÖ“, „Front National“ den „Anti-Islam-Kongress“ gehörig zu vermiesen. In einer Situation, wo fast ein Drittel der Bevölkerung Europas antimuslimische Ressentiments hegen und Rechtspopulisten sich gesellschaftlich und politisch mehr und mehr verankern können, muss jede/r Antifaschist/in an Tagen wie diesem auf der Straße sein und mit allen Mittel das öffentliche Auftreten des RassistInnen-Packs verhindern!

Jedoch gibt es mehrere reaktionäre Antworten auf die Krisenerfahrungen im globalen Kapitalismus. Neben den Rechtspopulisten, die als Antwort Rassismus und Nationalismus predigen, sind auch die Islamisten, die in ihrer antisemitischen Raserei eine „Zwangsvergemeinschaftung“ genannt „Umma“ fordern, als reaktionäre Bewegung zu bekämpfen!

Darum gilt es allen Formen von Nationalismus (auch den der bürgerlichen Parteien), Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und religiösen Fundamentalismus ein klares: NO WAY! entgegenzusetzen.

KEIN GOTT!, KEIN STAAT!, KEIN VATERLAND!

Wer keinen Bock auf völkische, nationale oder religiöse Symbole, Hamas oder Hezbollah-Fahnen hat, sollte dies zum Ausdruck bringen. Seid Aktiv!

20. September 9 Uhr Gürzennichstr, Ecke Martinstr.

Antifa AK Köln

Quelle: no-racism.mobi

Übersicht: Wochenende 19. – 21. September

Zeitplan für das Wochenende

Freitag, 19. September

“pro Koeln” plant Freitag morgens eine Fraktionssitzung mit anschließender internationaler Pressekonferenz im Nippeser Bezirksrathaus abzuhalten. Gleichzeitig läuft in Leverkusen von “pro NRW” eine Kundgebung mit Beteiligung von Vlaams Belang. Im Anschluss an die Pressekonferenz wird ab 13:00 h von Nippes aus eine Stadtrundfahrt beginnen.
Anfahrtspunkte werden sein:

1. Kalker Hauptstrasse
2. Keupstrasse/Mülheim
3. Porz-Finkenberg
4. Moschee/Venloerstrasse

An allen Punkten wollen die Rechtspopulisten aussteigen und einen Spaziergang machen. In Ehrenfeld wollen sie ca. gegen 16:00 h sein. Am Abend soll eine große geschlossene Veranstaltung “in einem Saal” stattfinden.

Ab 19 Uhr wird vom Koelner Bahnhofvorplatz die bundesweite Antifa-Demo gegen “pro Koeln” und ihren “Anti-Islam-Kongress” beginnen. Hier alle Infos zur Demo.

Anlaufpunkte für Antifas

Uhrzeit: ab 9:30 Uhr
Ort: Bezirksvertretung Nippes (Neusser Str. 450)

Uhrzeit: ab 11:00 Uhr
Ort: Venloer Straße, vor dem Kaufland/Post, Ehrenfeld
Veranstalter: Bürgerinnen und Bürger in Ehrenfeld gegen ProKöln

Uhrzeit: ab 11:00 Uhr
Ort: Wiesdorfer Platz / Ecke Otto-Grim-Straße
Veranstalter: LeverkusenerInnen gegen „Pro NRW”

Uhrzeit: ab 19:00 Uhr
Ort:Bahnhofvorplatz Köln Hbf
Veranstalter: Antifa AK plus weitere Antifa Gruppen

Samstag, 20. September

Mit Massenblockaden rund um den Anti-Islam-Kongress soll die Zusammenkunft der Rechtspopulisten auf dem Heumarkt verhindert werden.

Anlaufpunkt für Unorganisierte

Uhrzeit:ab 9:00 Uhr
Ort:Gürzenich / Martinstraße
Veranstalter: Bündnis gegen „Pro Köln”

Sonntag, 21. September

„Pro NRW” will in Leverkusen-Wiesdorf eine geschlossene Veranstaltung abhalten.

Anlaufpunkt

Uhrzeit: ab 10:00 Uhr
Ort:Wiesdorfer Platz / Ecke Otto-Grim-Straße
Veranstalter: LeverkusenerInnen gegen „Pro NRW”

Weitere Infos

Freitag unter http://ticker.no-racism.mobi
Samstag unter http://ticker.hingesetzt.mobi

(Infos von no-racism.mobi)

Bahnverbindung: Erftstadt – Köln

Freitag, 19.09.2008

von 08.16 Uhr bis einschl. 20.48 Uhr fahren die Züge von Erftstadt Bhf nach Köln immer um 16 und 48 nach. Frühere bzw. spätere Zeiten, s. www.bahn.de.
Der letzte Zug von Köln nach Erftstadt fährt um 00:11 Uhr ab Köln Hbf.

Samstag, 20.09.2008

Auf Grund von Bauarbeiten fährt Samstags Schienenersatzverkehr jew. um 21 und 52 bis Hürth-Kalscheuren. In Hürth steht dann jew. ein Zug nach Köln bereit.
Der letzte Zug von Köln nach Hürth und damit per Bus nach Erftstadt fährt um 00:11 Uhr ab Köln Hbf.

Sonntag, 21.09.2008

Auch Sonntags fährt Schienenersatzverkehr, jedoch sind die Zeiten hier weniger regelmäßig als Samstag. Also am besten mal bei www.bahn.de nachschauen.
Letzte Rückfahrgelegenheit von Köln Hbf aus, wie Sa.

Sonstiges

Ein vorläufigen Leitfaden zum richtigem Demoverhalten, findet ihr hier zum Download [PDF].
Reist nicht alleine, passt auf Nazis auf und erfragt im Zweifelsfall eine Mitfahrgelegenheit bei uns. Emailaddresse, s. „Kontakt“.

Gedenkstein in Auschwitz

Am Dienstag hat der Kulturausschuss der Stadt Erftstadt einstimmig beschlossen, sich mit einem den Opfern des Nationalsozialismus gewidmeten Gedenkstein an dem Gedenk- und Versöhnungshügel in Auschwitz zu beteiligen. Damit soll die Verbundenheit der Erftstädter Bürgerschaft mit den Opfern des Nationalsozialismus ausgedrückt werden.
Auschwitz war das größte Vernichtungslager zur Zeit des Nationalsozialismus in dem über 1,1 Mio. Menschen ermordet – zumeist vergast – wurden. Heute gilt Auschwitz als Symbol für die deutsche Vernichtung der europäischen Juden.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es im Internet unter www.um.oswiecim.pl/kopiec3/.

5. – 7. September: Antifa Konferenz in Köln

what’s going on?

Der Antifa AK Köln lädt zum ersten Wochenende des Septembers 2008 (5. bis 7. September) nach Köln ein, um kritisch solidarisch die unterschiedlichen Positionen zu Rechtspopulismus, Moscheebauten, Islam usw. zu debattieren. Der Kongress richtet sich an alle antifaschistisch Gesinnten und soll den Raum eröffnen, jenseits eingeprobter Selbstvergewisserungsrituale identitärer Szenekreise die Fragen anzugehen, die meistens gegeneinander als miteinander debattiert werden.

Genauere Informationen bei no-racism.mobi.

Freitag, 19.09.2008 19:00 Antifa Demo in Köln

Fight the Game! Rassismus, Islamismus, Nationalismus und Kapitalismus bekämpfen!

Freitag, 19. September, 19 Uhr Bahnhofvorplatz (HBF KÖLN)

www.no-racism.mobi