Kommunalwahlergebnisse der extremen Rechten im Rhein-Erft-Kreis

Die erforderlichen Unterschriften für die Reserveliste konnten hingegen erfolgreich beigebracht werden, was uns nach der Wahl zumindest einen Sitz im Kreistag verschaffen dürfte.
NPD Rhein-Erft, 23.07.2009

Gewählt worden ist die NPD von 894 Menschen im Rhein-Erft-Kreis, was 0,45 % entspricht. Für einen Einzug in den Kreistag reichte das nicht. Trotzdem ist es mehr als beunruhigend, dass annähernd 900 Menschen im Rhein-Erft-Kreis nationalsozialistisch wählten. Ein Grund für die verhältnissmäßig wenigen Stimmen dürfte sein, dass die NPD in nur 15 von 33 Landkreisen gewählt werden konnte. Auch trat pro NRW diese Wahl erstmalig an, die ein teilweise identisches Zielpublikum wie die NPD anspricht. Das von NPD Kandidat Axel Reitz auserkorene Ziel pro NRW zu übertrumpfen wurde verfehlt.

pro NRW kam mit 5.159 Stimmen auf 2,58 % und zieht damit in den Kreistag ein. Zwei Sitze stehen den Rassisten von pro NRW zu. Für sie werden dort Jürgen Hintz und Detlef Getzke einziehen. Der lokale pro-Ableger liegt hinter den 5,38 %, die die Mutterpartei „pro Köln“ ebendort erlangte (4,7 % im Jahr 2004). Die pro NRW Landratskandidatin für den Rhein-Erft-Kreis, Judith Wolter, wurde von 6.554 Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis gewählt, was 3,27 % entspricht.

Rückblick:
Bei der letzten Kommunalwahl im Jahr 2004 trat keine Partei rechts der CDU im Rhein-Erft-Kreis an. Ein Rückblick auf die Ergebniss zur Europawahl 2004, Landtagswahl 2005 und zur Bundestagswahl 2005 lohnt sich trotzdem, da bei diesen beiden Wahlen sowohl die REPUBLIKANER als auch die NPD antrat.
Zu beachten ist, dass sich der Rhein-Erft-Kreis aus zwei verschiedenen Wahlkreisen zusammensetzt. Dem gesamten „Erftkreis I“ und einem Teil des „Euskirchen – Erftkreis II“.

Ergebnisse für den Wahlkreis mit der Nr. 92, den „Erftkreis I“ (Dieser umfasst den nördlichen Teil des Rhein-Erft-Kreises mit den Gemeinden Bedburg, Bergheim, Elsdorf, Frechen, Hürth, Kerpen und Pulheim.)

Europawahl 2004:
NPD: 633 Stimmen, 0,7 %
REP: 914 Stimmen, 0,9 %

Landtagswahl 2005:
NPD: 1.629 Stimmen, 1,1 %
REP: 929 Stimmen, 0,6 %

Bundestagswahl 2005:
NPD: 1.956 Erststimmen, 1,0 % & 1.562 Zweitstimmen, 1,0 %
REP: keine Erststimmen; 475 Zweitstimmen, 0,3 %

Ergebnisse für den Wahlkreis mit der Nr. 93, den „Euskirchen – Erftkreis II“ (Dieser umfasst den gesamten Kreis Euskirchen und den südlichen Teil des Rhein-Erft-Kreises mit den drei Gemeinden Brühl, Erftstadt und Wesseling.)

Europawahl 2004:
NPD: 517 Stimmen, 0,5 %
REP: 858 Stimmen, 0,9 %

Landtagswahl 2005:
NPD: 694 Stimmen, 0,5 %
REP: 1.339 Stimmen, 0,9 %

Bundestagswahl 2005:
NPD: 1.876 Erststimmen, 1,0 % & 1.553 Zweitstimmen, 0,8 %
REP: keine Erststimmen; 602 Zweitstimmen, 0,3 %

*siehe ebenso Wahlergebisse rechtsextremer Parteien bei der Europawahl 2009

Fazit:
Auch wenn die NPD 2009 das erste mal bei der Kommunalwahl im Rhein-Erft-Kreis angetreten ist gelang es ihr nicht das laut vergangenen Wahlen vorhandene Wähler_innenpotential auf sich zu vereinen. Grund hierfür dürfte sein, dass viele Wähler_innen garnicht die Möglichkeit hatten die NPD zu wählen – schließlich kandidierte sie in nur 15 von 33 Wahlbezirken. Die Zahlen sollten trotzdem nicht über das Potential hinweg täuschen, dass die NPD auf sich vereinen können müsste (etwas über 1%).
Trotz neuem Parteiverband und Wahlkampf von Nazigröße Axel Reitz, eine Pleite für die NPD im Rhein-Erft-Kreis, dem es nicht gelang mehr Menschen zur Wahl der NPD zu bewegen als die extrem Rechte Stammwähler_innenschaft. Dafür gelang es aber den Rechtpopulist_innen von pro NRW einige Prozente und sogar zwei Sitze im Kreistag zu bekommen.

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6 Antworten auf “Kommunalwahlergebnisse der extremen Rechten im Rhein-Erft-Kreis”


  1. 1 Skeptiker 31. August 2009 um 1:23 Uhr

    Ja und jetzt???? Was habt Ihr erwartet???? Die Nazis machen sich grade erst warm hier in Erftstadt und Umgebung. Beim nächsten mal,wird das hoffentlich nicht mehr! Aber in Erftstadt muss man(N) mit allem rechnen. Viel zu viele alte, verkappte Faschos mit Anhang. Und wenn das weiter so steigt,wie im letzten Jahr,dann prost Mahlzeit.

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