Archiv für Oktober 2009

9.11.: Gedenkkundgebung und Protestdemo in Köln


Die Pogrome des 9. November 1938 waren der Auftakt des Holocaust. In ganz Deutschland verwüsteten Nazis und „normale Bürger“ jüdische Geschäfte, Einrichtungen, Wohnungen und Synagogen. In Köln wurde unter vielen anderen Gebäuden die Synagoge am Offenbachplatz niedergebrannt.
Der erste Teil unserer Demonstration ist daher dem Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome gewidmet. Dabei unterstützt uns musikalisch die Klezmer Akademie Köln.

Den Lern- und Gedenkort Jawne erhalten.
In den Pogromen wurden auch die Gebäude in der St. Apernstraße, einem Zentrum jüdischen Lebens, verwüstet. Darunter befand sich das einzige jüdische Gymnasium im Rheinland, die Jawne; ihre Lehrer wurden in das KZ Dachau verschleppt. Der damalige Direktor Erich Klibansky hatte bereits vorher begonnen, die sog. „Kölner Kindertransporte“ nach England zu organisieren und konnte so bis Juli 1939 130 seiner Schüler_innen retten. 1100 Kinder wurden im Verlauf der weiteren Jahre auf dem Schulhof der Jawne zusammengetrieben und in die Vernichtung deportiert. An sie erinnert heute ein Gedenkbrunnen auf dem Erich Klibansky Platz, am historischen Ort der Jawne in der heutigen Helenenstraße.
Dort befindet sich auch ein kleiner Lern- und Gedenkort, um an die Geschichte der jüdischen Kölner Kinder zu erinnern. Diesem droht nun das Aus.

Die Allianz zur Verantwortung ziehen.
Hat der Allianz-Konzern in den letzten Jahren die Räumlichkeiten für den Lernort kostenlos in ihrem Gebäudekomplex an der Skt.-Apern-Straße zur Verfügung gestellt, fordert sie nun eine Miete von 1.400,- Euro monatlich. Alle bisherigen Proteste dagegen haben lediglich dazu geführt, dass die Allianz eine Staffelung in zwei Jahren von 50% für 2010 und 75% für 2011 angeboten hat, um dann ab 2012 die volle Miete zu verlangen.
Mit unserer Demonstration fordern wir die historische Verantwortung der Allianz ein und verlangen die weitere kostenlose Bereitstellung der Räumlichkeiten. Immerhin hat die Allianz nach den Novemberpogromen davon profitiert, dass sie den Versicherungsverpflichtungen für die zerstörten jüdischen Gebäude aufgrund eines Deals mit der NS-Regierung nicht nachkommen musste. Dieser Verantwortung kann sich die Allianz auch nicht dadurch entziehen, dass sie anführt, durch Einzelentschädigungen und diverse Gedenkprojekte schon genug getan zu haben. Im Fall der Jawne will die Allianz trotz ihrer Geschichte am Gedenken noch verdienen.
Das können und wollen wir nicht akzeptieren.

Gedenkkundgebung: 18.00 Uhr am Offenbachplatz
anschließend Protestdemo zur Allianz mit Zwischenkundgebung an der Jawne.

Veranstalter_in: Bündnis Kein Vergessen/Initiative 9.11. Köln
www.kein-vergessen.tk

NPD-Vize und großzügiger Förderer ist hirntot

Der Neonazi-Anwalt Jürgen Rieger ist hirntot. Er gilt als maßgeblicher Finanzier der NPD. Sein Ableben könnte die Partei in eine bedrohliche Situation bringen. VON A. SPEIT & U. SCHULTE

Es ist ein schwerer Schlag für die rechtsextreme NPD: Der Neonazi-Anwalt und stellvertretende Bundesvorsitzende Jürgen Rieger liegt offenbar im Sterben. Er habe eine Blutung im Gehirn erlitten, die in der Nacht zum Sonntag zum Hirntod führte, erfuhr die taz am Mittwoch aus Parteikreisen. Damit verliert die Partei eine zentrale Figur. Der schwerreiche Rieger war ein wichtiger Geldgeber der NPD. Er hatte in der Vergangenheit mehrfach Immobilien aufgekauft, um dort Schulungszentren für Neonazis einzurichten.

Laut Experten könnte ein Ableben Riegers die Partei in eine bedrohliche Situation bringen. Denn seine Familie, das ist bekannt, teilt seine rechtsextreme Gesinnung nicht. „Wenn Rieger für den Fall seines Todes keine Vorkehrungen getroffen hat, könnte nicht bloß die NPD Finanzprobleme bekommen“, sagte Rechtsextremismusexpertin und Journalistin Andrea Röpke. „Es besteht die Hoffnung, dass dann Gelder und Kredite für Riegers nationalsozialistische Projekte nicht weiter fließen.“

…weiterlesen bei der taz

Nachtrag: Der Rest von ihm ist jetzt auch tot.

„NPD-Leistungsmarsch“ im Raum Erftstadt/Düren

Vergangenes Wochenende hat der NPD Kreisverband Düren einen „NPD-Leistungsmarsch“, nach Eigenangaben, im Raum Erfstatdt/Düren abgehalten. Dieser hätte dieses Jahr unter dem Motto „Lauf gegen linke Gewalt“ gestanden. Aus angeblicher Angst vor Gegenprotest war die Teilnahme konspirativ geplant: Telefonate, bei denen der Treffpunkt bekannt gegeben wurden, Schleusenpunkte für Anreisende und ein eigener Ordnerdienst sorgten dafür, dass nur erwünschte Gäste den Weg zur Veranstaltung fanden.

Aber lest selbst den Artikel bei Klarmanns Welt.

Die extreme Rechte bei der NRW-Kommunalwahl 2009 im Regierungsbezirk Köln

Die Info- uns Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln hat eine Auswertung der Kommunalwahl bezüglich extrem Rechter Parteien im Regierungsbezirk Köln veröffentlicht. Auf 20 Seiten beschreibt sie Wahlerfolge und -niederlagen dieser Parteien im Regierungsbezirk, bewertet selbige anschließend um letzlich Schlüsse für mögliche Gegenstrategien zu ziehen.

Download: Auswertung der Kommunalwahl im Regerungsbezirk Köln [PDF]

Demo für ein autonomes Zentrum in Köln / Veranstaltungsreihe

Die Kampagne pyranha – für ein autonomes Zentrum mit Tanzfläche veranstaltet im Herbst eine Demo unter dem Motto „Her mit dem Autonomen Zentrum“ um ihre Forderung nach der Schaffung eines nicht- kommerziellen und selbstverwalteten Zentrums für Politik, Kunst und Kultur in Köln zu unterstreichen. Diese wichtige Forderung unterstützen wir ebenso wie die von pyranha veranstalteten anderen Termine.

(mehr…)

Hausdurchsuchung beim „pro Kölner“ Jörg Uckermann

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen den Pro Köln-Funktionär Jörg Uckermann wegen des Verdachts der Untreue, Urkundenfälschung und Geldwäsche. Am Freitagvormittag wurde Uckermanns Wohnung in Ehrenfeld durchsucht.
…weiterlesen beim „Kölner Stadt-Anzeiger“:Ermittlungen gegen Pro Köln-Politiker. Siehe auch Artikel in der „Kölner Rundschau“.

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ wird gegen den pro-Köln-Funktionär Jörg Uckermann wegen des Verdachts der Geldwäsche ermittelt. Uckermanns Bruder steht im Verdacht der Untreue und Urkundenfälschung.
weiterlesen des Artikels der „Antifa Wipperfürth“: Razzia bei Jörg Uckermann.

Zur allgemeinen Belustigung folgt ein Video von pro Kölner Karnevalsjecken Kommunalpolitiker.

Aachen: SS-Mörder Heinrich Boere vor Gericht

Ende Oktober beginnt der Prozess gegen den 88-jährigen SS-Mörder Heinrich Boere, der für mindestens drei Morde an ZivilistInnen während des zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht wird. Dies wird einer der letzten NS-Verbrecher-Prozesse sein. Ein Bericht des AK Kein Vergessen.

Boere selbst wähnte sich, wie so viele, bisher in Deutschland in Sicherheit. In einem Interview kommentierte er seine Morde lächelnd mit „Peng! Tot!“. Auf die Frage, ob das Morden ihm schwerfiel, antwortete er: „Ach, nein, schwer fiel mir das nicht. Man braucht doch nur einen Finger krumm zu machen“.
…weiterlesen bei Indymedia.
stets Aktuelles beim AK Antifa Aachen.