Infoveranstaltungen zum Naziaufmarsch in Dresden [ergänzt!]

Am 13. Februar 2010 findet in Dresden abermals der größte Naziaufmarsch Europas statt. Bereits im letzten Jahr demonstrierten ca. 6.000 Nazis anlässlich der Bombadierung Dresdens im Zuge des Zweiten Weltkrieges. Darunter auch die „Freien Kräfte Köln“ und die „Gruppe Erft“. In geschichtsrevisionistischer Manier stilisieren die Nazis zu diesem Anlass die Deutschen zu Opfern des allierten „Bombenholocaust“. Zeitgleich trauert auch die dresdner Zivilgesellschaft um die toten Deutschen. Grund genug für antifaschistische Intervention.

Deßhalb wird es in Köln zwei drei antifaschistische Veranstaltungen zum Naziaufmarsch in Dresden und dessen politischer Dimension geben.

Am 22.01.2010 werden Genoss_innen der dresdner Gruppe Venceremos im Rahmen des Café Communiste einen Vortrag zum Dresden-Mythos halten.

Ankündigungstext:

Der Dresden Mythos – Geschichtsrevisionismus am Beispiel Dresdens.

Der seit 1998 in Dresden, anlässlich der Bombardierung der Stadt im Februar ’45, stattfindende Naziaufmarsch hat sich als ein bedeutendes jährliches Großevent in der bundesweiten Naziszene etabliert. Spektrenübergreifend treffen sich jedes Jahr mehrere tausend Alt- und Neonazis um ihre geschichtsrevisionistische und Shoa verharmlosende Propaganda in die Öffentlichkeit zu tragen. Warum diese gerade in Dresden über Jahre hinweg nahezu ungestört möglich war, liegt an der allgemeinen Gedenkpraxis in Dresden. Jahreland fand hier eine fast ausnahmslose Stilisierung der Deutschen als Opfer statt. Die Ausblendung der Ursachen der Bombardierung sowie zahlreiche Mythen und Legenden boten Neonazis viele Anknüpfungsmöglichkeiten. In den letzten Jahren jedoch fand ein Wandel im Dresdner Gedenk-Diskurs statt, der sowohl eine artikulierte Abgrenzung von den Nazis als auch eine inhaltliche Verschiebung mit sich brachte. Doch trotz der offiziellen Entmythologisierung, Versachlichung und Kontextualisierung des 13. Februars bleibt das Dresden-Gedenken in seinem Kern geschichtsrevisionistisch und muss als solches kritisiert werden.

Der Vortrag gibt einen Überblick zum jährlich in Dresden stattfindenden Gedenken sowie dessen geschichtliche Entwicklung. Die Referent_innen gehen der These nach, dass das Gedenken in seinen verschiedenen Formen geschichtsrevisionistisch ist.

Wo? LC36; Ludolf-Camphausen-Str. 36 – Bhf West/Hans-Böckler-Platz, Köln
Wann? ab 19 Uhr

Am 25.01.2010 wird zudem ein_e Genoss_in vom AKKU einen Vortrag zum Naziaufmarsch halten.

Ankündigungstext:

Mobilisierungsveranstaltung Dresden 2010

Seit der Jahrtausendwende marschieren Alt- und Neonazis zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg durch die Stadt. In den letzten Jahren hat sich der Aufmarsch zur größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung Europas entwickelt. Bei dem Aufmarsch der NPD und der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) finden sich alljährlich die verschiedenen Spektren der extremen Rechten zusammen, internationale Delegationen geben ihm eine über Deutschland hinaus gehende Bedeutung.

AKKU präsentiert Hintergrundinfos zur Geschichte der größten regelmäßigen Neonaziveranstaltung und zu den Gegenaktivitäten.

Wo? LC36; Ludolf-Camphausen-Str. 36 – Bhf West/Hans-Böckler-Platz, Köln
Wann? ab 20 Uhr

Am 03.02.2010 wird des weiterem Gerd Wiegel, Buchautor und Fachreferent Rechtsextremismus/Antifaschismus der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag, einen Vortrag zur deutschen Geschichtspolitik halten. Organisiert wird diese Veranstaltung vom AK Antifa der Uni Köln.

Ankündigungstext:

Die neue deutsche Geschichtspolitik
Von der Tätergeschichte zur Opfererinnerung

Für die nationalen Geschichtsmythen in Deutschland war die NS-Erinnerung immer eine besondere Hypothek. Faschismus, Holocaust und Vernichtungskrieg waren (und sind?) bis heute Barrieren auf dem Weg zum unbefangenen nationalen Bekenntnis in Deutschland. Aus diesem Grund gab es seit Bestehen der Bundesrepublik immer wieder Versuche, diese Erinnerung zu relativieren und die NS-Vergangenheit umzudeuten. Im Vortrag wird ein allgemeiner Überblick über die Entwicklungen und Verschiebungen in der öffentlichen Erinnerung und der staatlichen Gedenkpolitik im Bezug auf den Nationalsozialismus geben. Dabei wird u.a. eine Kritik an den Gleichsetzungstendenzen und Vergleichen von NS und DDR im Sinne der Totalitarismustheorie formuliert. Am Schluss steht die Frage, welche Bedeutung die NS-Erinnerung heute in Deutschland hat und welcher Geschichtsmythen sich die die Anhänger der “unverkrampften” Nation heute bedienen.

Wo? Alte Feuerwache Köln im Projektraum (Melchiorstr.3)
Wann? um 20 Uhr

Links zum Thema:
venceremos
no pasarán
NRW weite Mobilisierungsseite von no pasarán

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