Sprühaktionen in Erftstadt anlässlich Naziaufmärschen in Stolberg [ergänzt²!]

gemeinsamer Artikel der Antifa Erftstadt und der Jugendantifa Erftstadt.

Erftstadt/Stolberg/Pulheim. Nachdem es bereits in Pulheim Sprühaktionen im Rahmen der „Stolberg-Aktionswochen“ gab, bei denen zwei Naziaufmärsche am 2. und 3. April in Stolberg bei Aachen beworben wurden kam es auch in der Nacht auf den 12. März zu Sprühaktionen in Erftstadt.
Diese seit dem 2. März von den „Autonomen Nationalisten“ der neonazistischen „Aktionsgruppe Rheinland“ mitgetragenen Aktionswochen bewerben sowohl einen Fackelmarsch (2. April) als auch einen Trauermarsch (3. April), der „zu Ehren des von Ausländern ermordeten Kevin Plum und allen anderen Opfern antideutscher Gewalt“ von Axel Reitz (NPD Rhein-Erft-Kreis, Freie Kräfte Köln) und Ingo Haller (NPD Düren-Kreischef) organisiert wird. Beide vertreten innerhalb der neonazistischen Partei den radikalen Flügel, der auch mit offen als Nationalsozialisten auftretenden Personen und Gruppierungen zusammenarbeitet.

In Stolberg war am 4. April 2008 ein Jugendlicher deutscher Staatsangehörigkeit von einem staatenlosen Jugendlichen, in einer privaten Auseinandersetzung, erstochen worden. Umstritten ist in wie weit der Ermordete Kontakte in die Naziszene hatte. In seinem Umfeld soll es mindestens einen NPD-Sympathisanten gegeben haben. Die Eltern des ermordeten Kevin Plum wehren sich gegen die Behauptung, dass ihr Sohn ein Neonazi war und verweisen hierbei auf migrantische Freunde des Opfers.
Am 5. April 2008 demonstrierten bereits 160 Nazis anlässlich des Todes von Kevin Plum. Eine Woche später vermochte die Naziszene bereits 800 Nazis zu mobilisieren. Am 19. April demonstrierten abermals 450 Nazis in der kleinen Stadt bei Aachen. Insgesamt kam es 2008 zu fünf Aufmärschen in Stolberg.
2009 demonstrierten, laut Polizeiangaben, über 500 Nazis in Stolberg. Bei dem Fackelmarsch am Vorabend sollen es ungefähr 60 Nazis gewesen sein.
Die nun jährlichen Aufmärsche sollen – ähnlich wie der jährliche Aufmarsch in Dresden im Februar – von den Neonazis als bundesweite Großevents etabliert werden.

In der Nacht auf Freitag, den 12. März wurden auch an verschiedenen Orten in Erftstadt Neonaziparolen, sowie die Internetadresse der Mobilisierungsseite zu den Aufmärschen in Stolberg gesprüht.
Am Liblarer Bahnhof sind neben der Internetadresse auch die Parolen „NS-JETZT“ und „ANTI ANTIFA!“ gesprayt worden. Im Liblarer Einkaufszentrum fand sich auch die Adresse zur Website der AG-Rheinland.
In Lechenich, sowie in Bliesheim fanden Antifaschist_innen jeweils die Internetadresse zum Naziaufmarsch in Stolberg am Schulzentrum (Lechenich) bzw. an einer Bushaltestelle (Bliesheim Linde).
Zudem werden in Erftstadt seit einigen Wochen Sticker verklebt, die ebenfalls zum Naziaufmarsch aufrufen.

Bliesheim:

Lechenich:

Liblar:

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8 Antworten auf “Sprühaktionen in Erftstadt anlässlich Naziaufmärschen in Stolberg [ergänzt²!]”


  1. 1 Axel W. Reitz 13. März 2010 um 0:30 Uhr

    Zitat: „(…)von Axel Reitz (NPD Rhein-Erft-Kreis, Freie Kräfte Köln) und Ingo Haller (NPD Düren-Kreischef) organisiert wird. Beide vertreten innerhalb der neonazistischen Partei den radikalen Flügel(…)“.

    Wisst ihr mehr als ich? Es wäre mir neu, daß ich Mitglied der NPD bin. Zumindest war ich es ab 1998 nicht mehr.

    Danke übrigens für die freundlichen Worte und feilich auch für die – wenn auch nur indirekte – Bewerbung der diesjährigen Stolberg-Termine.

    Ta-ta,

    - Axel Reitz -

  2. 2 antifaaktionerftstadt 13. März 2010 um 0:53 Uhr

    Sie waren Kandidat der NPD im REK, ja sogar „Frontmann“ des hiesigen Ortsverbandes. Auch, wenn Sie auf dem Papier villeicht nicht dazu gehören haben Sie die Tätigkeiten und den Wahlkampf entscheidend geprägt, womit Sie sich diese Bezeichnung wahrlich verdient haben.

  3. 3 klar, frau? 14. März 2010 um 13:21 Uhr

    Geil, die Antifa Erftstadt lässt sich auf ihrem eigenen Blog von Nazis blamieren. Peinlich!
    Warum diskutiert ihr eigentlich mit Nazis?

  4. 4 antifaaktionerftstadt 14. März 2010 um 19:26 Uhr

    Wieso blamiert? Dass Axel Reitz nicht in der NPD ist war uns bekannt. Schließlich wird er in NPD-Verlautbarungen zum Spektrum der „Freie[n] Kräfte“ und eben nicht zur NPD gezählt.
    Trotzdem waren er und seine parteifreien Schergen die treibenden Kräfte im Wahlkampf (seit der Kommunalwahl hat der Ortsverband nichts mehr gemacht). Von daher, Papiermitgliedschaft hin oder her, kann er als aktiv(st)er Teil der NPD im Rhein-Erft-Kreis benannt werden. Bei ihm trifft die Bezeichnung de facto viel mehr zu als bei tatsächlichen NPD-REK-Mitgliedern.

    Natürlich ist es diskutabel ob und wenn ja in welcher Form hier Nazis Platz für ihre Kommentare gegeben wird. Bei uns wird nicht jeder Nazi-Kommentar veröffentlicht, sondern über die Veröffentlichung im Einzelfall entschieden.
    Überhaupt ist es sehr ungewöhnlich, dass Antifa-Gruppen Kommentare zulassen. Für uns hat das im Allgemeinem etwas mit dem Willen zur Selbstreflexion (z.B. in Deinem Falle) oder mit faktischen Ergänzungen (s. Axel Reitz) oder aber mit strategischen Überlegungen zu tun.

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