Archiv für Juni 2010

AZ Köln akut bedroht – Anti-Rep-Party am Freitag

Nachdem vor mehr als zwei Monaten ein Haus in Köln besetzt wurde, wird jenes Autonome Zentrum, ein Ort für nichtkommerzielle Kunst, Kultur und Politik, akut mit der Räumung bedroht.Unter fadenscheiniger Begründung wollen die Eigentümer_innen die Nutzer_innen aus einem Gebäude verbannen, für welches keine Nutzung vorgesehen ist und welches lange Zeit ungenutzt leer stand.

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Kommenden Freitag findet eben dort die Antirepressionsparty je ne regrette rien statt – vorausgesetzt das Gebäude ist bis dato nicht geräumt. Die vielleicht letzte Gelegenheit das AZ Köln zu besuchen nicht zu nutzen wäre das Einzige, was dann zu bereuen ist. Also kommt zur Party!
Im Falle einer Räumung: 18:00 Uhr Reclaim the Streets am Samstag nach der Räumung @ Ring zwischen Rudolf- und Friesenplatz!

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Erftstädter Neonazi ist tot

Erftstadt/Euskirchen. Am 20. Mai kam der Liblarer Neonazi Lorenzo Ioppolo bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Mehrere Hundert Erftstädter_innen, darunter weitere bekannte Neonazis, trauern um ihn. Die Ideologie des aus Italien stammenden Verstorbenen findet dabei keine Beachtung. Seine Bewunderung/Verstrickung in die extrem brutale und in Deutschland verbotene „Blood and Honour“-Bewegung in Italien bleiben dabei ebenso unthematisiert, wie seine offen zur Schau gestellte Ideologie und seine Kontakte zur lokalen Kameradschaftszene.

Der ehemals als Lokführer angestellte war am 20. Mai mit seinem Motorrad in Euskirchen Wüschheim – vermutlich auf Grund einer Geschwindigkeitsübertretung – von einem Auto übersehen worden, sodass der Fahrer auf die Gegenfahrbahn gedrängt wurde und vermutlich noch gegen einen Baum prallte. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ war der 38-jährige Mann wahrscheinlich sofort tot.

Der zuvor in Liblar wohnhafte Ioppolo machte aus seiner neonazistischen Einstellung keinen Hehl. In seiner Wohngegend tauchten nicht nur immer wieder Sticker der „Freien Kräfte Köln“ auf. Seinen Körper verunzierten wohl auch zahlreiche eindeutige Tattoos, darunter ein Hakenkreuz und die Worte „Ruhm“ und „Ehre“ auf seiner Brust. Gesehen wurde er auch mit einem Patch von „Blood and Honour“, über die er zu berichten wusste, dass ihm diese Strukturen in Deutschland aus verschiedenen Gründen nicht behagten, weshalb er sich in diesen Strukturen nur noch in Italien engagieren wolle.
Ioppolo war Fan zahlreicher neonazistischer Bands, darunter „Brutal Attack“, „Skullhead“ und „Blood Red Eagle“. Von der Trauergemeinde veröffentlichte Fotos zeigen den Verstorbenen mit einem T-Shirt von „Skrewdriver“, das neben dem Ausspruch „Europe Awake“ auch eine Triskele (drei-armiges Hakenkreuz) ziert.

Im Internet trauern über 330 Menschen in einem sozialen Netzwerk dem verstorbenen Neonazi nach. Die Mehrheit sind Menschen aus Erftstadt, aber auch im Rhein-Erft-Kreis oder dem Kreis Euskirchen wohnhafte Personen. Es lässt sich nicht von einer gesellschaftlichen Isolierung der Trauernden in „die Naziszene“ sprechen. Unter den Trauernden sind viele verschiedene Menschen, die Ioppolo sogar einen „tolle[n] und gutherzige[n] Menschen“ nennen – ob sie wissen, wie er „Nichtdeutsche“ zu terrorisieren pflegte?

Aufsatz: islamischer Antisemitismus

„Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine Brüder im Islam! Tötet die Juden! Tötet sie alle!“
(Mohammed Amin al-Husseini)

Wird nach Ursachen für den Nahostkonflikt gefragt, sind diese scheinbar schnell gefunden. Die jüdischen Siedler hätten den Palästinenser_innen das Land weggenommen, sie vertrieben und Israel weigere sich einen palästinensischen Staat zu akzeptieren. Schnell sind so Rechtfertigungen oder mindestens Erklärungen für die Selbstmordattentate und die Raketenangriffe auf Israel gefunden. Der mörderische Terror sei ein von „verzweifelten und chancenlosen“ Palästinenser_innen begangener Akt, der enden würde sobald Israel endlich einen palästinensischen Staat akzeptieren und dessen Einwohner_innen „menschlich“ behandeln würde.

Ungeachtet historischer Verzerrung von Tatsachen wird außer Acht gelassen, wie sich der Antisemitismus auch in der muslimischen Welt ab den 1920′er Jahren zusehends entwickelte und radikalisierte – auch unter dem Einfluss von Nazideutschland.
Dies war nicht immer so. Historisch gesehen waren Juden unter muslimischer Herrschaft durchweg besser gestellt als Juden in westlichen Staaten. Als „Volk des Buches“ genossen sie als „Dhimmis“ (Schutzbefohlene) relative Freiheiten, die sie theoretisch vor Verfolgung und allzugroßer Diskriminierung schützte, wobei die Praxis hier stark von den jeweiligen muslimischen Machthabern abhing. Primäres Anliegen dieses Textes ist es, die Entwicklung des islamischen Antisemitismus und dessen gesamtgesellschaftliche Auswirkungen im 20. Jahrhundert zu skizzieren. Selbstverständlich ist nicht jeder Muslim oder jede Muslima Antisemit_in. Hier müsste sehr viel ausdifferenziert werden, was an dieser Stelle aber weder möglich noch Anspruch des Aufsatzes ist.
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Fairplay für Israel – für Wahrheit und Solidarität

Zentralkundgebung und Demonstration der Synagogengemeinde Köln
am Sonntag, 13. Juni 2010, 14 Uhr, Roncalliplatz Köln

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde Israels,
In den letzten Tagen wurden wir Zeuge einer weltweiten Welle von anti-israelischen und antisemitischen Hetzkampagnen, die die höchsten internationalen Instanzen erreichte, wie beispielsweise den UN-Sicherheitsrat. Israel, welches in Ausübung seines legitimen Rechts auf Selbstverteidigung seine Bürger vor Terror und Gewalt zu schützen versucht, wird von Medien und Politikern an den Pranger gestellt und systematisch delegitimiert. Sein Recht als jüdische Nation innerhalb der Staatengemeinschaft zu existieren wird durch Tatsachenverfälschung und Doppelmoral in Frage gestellt.
Die Vorfälle des 31. Mai vor der Küste Gazas sind tragisch. Jedes Opfer ist ein Opfer zuviel. Tragisch ist aber auch, dass in Folge dessen, eine Vorverurteilung Israels durch Verzerrung der Umstände und Umkehr von Ursache und Wirkung stattfindet, die als Alibi für verbale und physische Übergriffe auf Israelis und Juden dient. Realität ist, dass Israel mit terroristischen Machthabern im Gaza konfroniert ist, die tagtäglich die israelische Bevölkerung mit Raketen angreift, seine Soldaten entführt und die Zerstörung des jüdischen Staates anstrebt. Israels Wunsch nach Frieden und Sicherheit wird durch Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah und Terrorregimes, wie dem im Iran, zunichte gemacht.
Hier und Jetzt ist die Zeit gekommen zu sagen: „Israel, wir stehen an deiner Seite! Israel, du bist nicht allein!“
Diese Aussage wollen wir in die Tat umsetzen bei unserer Solidaritätskundgebung am Sonntag, 13. Juni 2010, 14 Uhr auf dem Roncalliplatz in Köln (vor dem Dom) mit anschließendem Demonstrationszug durch die Innenstadt.
Alle Politiker, die für einen fairen und auf Fakten-basierenden Umgang mit Israel eintreten, mögen sich uns anschliessen und ihre Stimme mit uns erheben!

Lasst uns ein Zeichen unserer Verbundenheit mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten setzen! Lasst uns Deutschlands Solidarität mit dem Staate Israel bezeugen! Lasst uns Demokratie, Toleranz und Menschenrechte verteidigen – Verteidigen wir Israel! (mehr…)

18. Juni: Antifa-Demo in Aachen

Montag Abend, am 31.05.10, wurde erneut das Autonome Zentrum Aachen in der Vereinsstrasse von schwer bewaffneten Neonazis angegriffen. Am 03.06.10, in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag kam es zu einem weiteren Angriff auf das AZ. Diese jüngsten Vorfälle reihen sich in eine Vielzahl von Nazi-Attacken in und um Aachen, mit bewusster Kalkulation einer möglichen Todesfolge, ein.

Antifa Mobijingle

Der AK Antifa Aachen, die Autonome Antifa Aachen [a³] und das AZ Aachen rufen daher zur antifaschistischen Demonstration am 18. Juni in Aachen auf.
Der Antifa AK Köln ruft dazu auf sich an der Demonstration zu beteiligen!

Demostart: 20 Uhr AZ Aachen (direkt bei Aachen-HBF)
Zugtreffpunkt Köln: Freitag 18.6, 17.45 Uhr, Köln HBF (Vordereingang)

Am Freitag dem 11.06. findet zudem um 17 Uhr im Kino-Saal des AZ-Köln ein Info-Vortrag zur Situation in Aachen sowie gleichzeitig zur Mobi für die Demo am 18.6 statt.

Danach gibt’s noch eine Filmvorführung des Films „Warum Israel“ veranstaltet von der Gruppe shutdown.