Archiv für August 2010

Straßenumbenennung in Erftstadt-Friesheim

Erstveröffentlichung auf Indymedia

Material:

Nachbarschaftsflyer [PDF]
offener Brief an den Stadtrat [PDF]
Pressemitteilung [PDF]

Bericht:
Die Agnes-Miegel-Straße in Erftstadt-Friesheim wurde am Donnerstagmorgen in einer symbolischen Aktion in die Salomon-Franken-Straße umbenannt. Miegel war Schriftstellerin und bekennende Nationalsozialistin. In mehreren Gedichten zeigt sich eine Hinwendung zu Blut-und-Boden Themen. Gleich drei Gedichte widmete sie Adolf Hitler. Franken hingegen war ein Jude aus Friesheim, der mitsamt seiner Frau Else und seines jüngsten Sohns Jacob 1942 ins KZ Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert wurde. Anwohner_innen wurden durch Flyer über die Hintergründe der Aktion informiert; um eine tatsächliche Umbenennung zu erwirken hat sich die Antifa Erftstadt mit einem Brief an die politischen Entscheidungsträger gewandt.

…Artikel weiterlesen bei Indymedia.


Pressespiegel und Reaktionen:

Dortmund 2010: „nationalen Antikriegstag“ sabotieren!

Am 4.September wollen sich Hunderte Neonazis in Dortmund versammeln, um vermeintlich „Gegen Krieg und Kapitalismus“ zu demonstrieren. Es ist kein Zufall, dass sich Neonazis Themen aussuchen, mit denen sie zumindest teilweise an den Konsens der deutschen Gesellschaft anknüpfen können. Folgerichtig wenden sie sich in ihrem Aufruf im Namen „aller Völker“ gegen eine obskure „geldhungrige international agierende und auserwählte Minderheit“ und „das wahre Gesicht der westlichen Verwertungsmaschine“. Wen sie damit meinen ist klar: die USA und Israel als den Staat der Jüdinnen und Juden – und sie können sich sicher sein: die mag hier sowieso kaum jemand.

>>> Aufruf: Antiamerikanismus, Antizionismus und verkürzte Kapitalismuskritik angreifen! Den „Antikriegstag“ sabotieren!

>>> Veranstaltungen, NRW-weit rund um (Neo)naziideologien
>> Köln (31.08.2010): Antikapitalismus von rechts?

>>> Mobilisierungsveranstaltung mit dem s4-Bündnis am 24.08.2010 in Köln. -> *Infos*

Infoheft zum GMF-Syndrom in der Eifel erschienen

Klär Dich Auf haben das „Herzstück“ ihrer vergangenen Arbeit veröffentlicht. Das „Infoheft zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Eifel“ bietet erstmals eine wissenschaftliche Erhebung rechtsextremen Potentials für den Sozialraum der Eifel – und liefert damit eine fundierte Wissensgrundlage für alle, die in dörflichen Sozialräumen antifaschistisch aktiv werden wollen.

Den Schwerpunkt des Infohefetes bildet der Beitrag „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der Eifel – Eine quantitative Regionalstudie“ von Pascal Frank (Mitglied bei KDA), welche zugleich seine Abschlussarbeit an der Fernuniversität Hagen ist. „Diese Studie ist m.E. der deutschlandweit erste Versuch, das GMF-Konzept des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer auf die kommunale Ebene herunterzubrechen und auf diese Weise eine Vorstellung von der Ausprägung Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit für einen ganz konkreten Sozialraum zu gewinnen.“, schreibt Frank in der Einleitung des KDA-Heftes. Aufbau und theoretischer Rahmen dieser Arbeit sind ebenso wie die Fragen der Studie selbst bewusst Heitmeyer’s jährlich erscheinender Reihe „Deutsche Zustände“ entlehnt. Insgesamt wurden 200 Haushalte in der Gemeinde Nettersheim befragt – mit jeweils über 80 Fragen.
(mehr…)

11. September: Café Resistance der Jugendantifa Erftstadt

Die Jugendantifa Erftstadt läd für den 11. September zu ihrem ersten Café Resistance nach Köln ein.

Los geht es um 14 Uhr in der LC36.

Ludolf – Camphausen – Str. 36 | Köln
Ubahn u. DB: Hans-Böckler-Platz | Bhf Köln West

Beim Café werden wir einen Überblick über die Naziszene im Rhein-Erft-Kreis und speziell in Erftstadt geben. Dabei wird nicht nur die manifeste Naziszene thematisiert, sondern auch gesellschaftliche Rahmenbedingungen für rechte Einstellungsmuster aufgezeigt und die Attraktivität einer rechten Erlebniswelt für Jugendliche in strukturschwachen Gegenden dargelegt werden.

Neonazis am Schulzentrum Liblar?


Fundort: Eingang Ville-Gymnasium (mehr…)

Info- und Bildungsstelle veröffentlicht Landtagswahlanalyse

Die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln hat eine Analyse der Landtagswahl 2010 veröffentlicht.
Auswertung vollständig herunterladen[PDF]

Im Bezug auf pro NRW findet auch der Rhein-Erft-Kreis Erwähnung:

Rhein-Erft-Kreis

Der Rhein-Erft-Kreis muss nach der Kommunalwahl neben Köln zu einer Schwerpunktregion von pro NRW gezählt werden. Mit 6 % aller Stimmen gelang pro NRW in Bergheim ihr landesweit höchstes Ergebnis, in einzelnen Stadtteilen wie Quadrath-Ichendorf machten teilweise rund 15 % der Wahlberechtigten ihr Kreuz bei der rassistischen Partei. Bei der Landtagswahl konnte pro NRW ihr Ergebnis in Bergheim annähernd halten, in anderen Städten war die Partei 2009 nicht zu Stadtratswahlen angetreten. Die Vergleichbarkeit kreisweiter Ergebnisse von Kommunal- und Landtagswahl gestaltet sich aufgrund der völlig unterschiedlichen Wahlmöglichkeiten schwierig. Dennoch lässt sich festhalten, dass pro NRW kreisweit über ein mobilisierbares Wählerpotenzial von mindestens 2,5 % verfügt, welches sich allerdings vorwiegend aus Bergheimer Wählern zu speisen scheint. In der Kreisstadt entschieden sich erneut knapp 6 % der Wähler für pro NRW, während beispielsweise in Pulheim nur 1,5 % für die Partei stimmten. In den meisten anderen Städten des Kreises pendeln sich die Ergebnisse bei rund 2,5 % ein. Aus diesen Zahlen lassen sich einige Annahmen ziehen. Zum einen scheint es, als ob sich die „Bürgerbewegung“ zumindest mittelfristig in Bergheim als politische Alternative verankert habe. In Städten, in denen die Partei nicht im Stadtrat vertreten ist und auch keine aktive Basis besitzt, sacken die Wahlergebnisse deutlich ab. Das spricht dafür, dass lokalpolitische Aktivitäten durchaus ein Garant für die Etablierung einer gewissen Wählerbasis sind. Die Darstellung der Wahlergebnisse auf Kreisebene enthält leider keine genauen Angaben über das Ergebnis von pro NRW in den einzelnen Stadtteilen Bergheims.
Da aber der Anteil der „Sonstigen“ vielfach über 20 % beträgt, kann weiterhin von hohen Ergebnissen für pro NRW in bestimmten Teilen der Stadt ausgegangen werden.