Archiv für November 2010

Bustickets zur Nihad Yusufoglus Gedenk-Demo

Am 28. Dezember findet in Hachenburg (Westerwald) eine antirassistische Gedenkdemonstration für Nihad Yusufoglus statt. Am Tag genau vor 20 Jahren wurde er von einem damals ebenfalls 17-jährigen Neonazi erstochen. Wir unterstützen diese wichtige Gedenkdemonstration.

Bustickets könnt ihr für 15€ / Stück bei der Antifa Euskirchen/Eifel und bei uns erwerben. Der Bus hält in Köln, Euskirchen und Bonn. (Übrigens auch ein gutes, da wichtiges, Weihnachtsgeschenk für Genoss_innen!)

Öffentliche Möglichkeiten Tickets zu kaufen:

  • ab 04. Dezember 2010 | Buchladen „Le Sabot“ Bonn
    Breite Straße 76, 53111 Bonn. Einfach nach den Bustickets fragen!
  • 11. Dezember 2010 | 18:00 Uhr | Bürgerhaus Kall-Golbach / Eifel
    Infoveranstaltung mit dem 28. Dezember Bündnis im Rahmen von 20 Jahre ART-Eifel
  • 19. Dezember 2010 | 17:00 Uhr | AZ Köln
    Unkaputt_bar: Vorführung der Dokumentation “Das Braune
    Chamäleon” der Gruppe “Medienprojekt Wuppertal”, veranstaltet von der Antifaschistischen Jugend Köln

Auf nach Hachenburg!
Kein Vergeben! Kein Vergessen!
Wir bringen die Zentren ins Hinterland!

PM zur Namensänderung der Agnes-Miegel-Straße

Antifa Erftstadt zieht eigenen Namensvorschlag für Friesheimer Straße zurück – den AnwohnerInnenvorschlag „Agnes-Straße“ betrachtet die Gruppe als „faulen Kompromiss“.

„In der Ratssitzung haben die Anwohnerinnen und Anwohner gezeigt, welch menschenfeindliche Positionen sie vertreten. Wir können nicht guten Gewissens an dem Vorschlag festhalten die Straße nach Salomon Franken umbenennen zu wollen. Die sich antisemitisch und nazistisch geäußert habenden BewohnerInnen sind nicht würdig in einer nach einem NS-Opfer benannten Straße zu leben.“, stellt Antifa-Sprecherin Luca Plette klar. Eine Anwohnerin hatten in einer Hauptausschusssitzung u.a. gesagt sie „würde auch eine Adolf-Hitler-Straße nehmen“. Ein anderer Anwohner kommentierte den Namensvorschlag der Antifa mit den Worten: „Warum muss es denn schon wieder ein Jude sein!?“ Dass eine Adolf-Hitler-Straße dem Gedankengut der AnwohnerInnen tatsächlich ehrlicher Rechnung träge, nehmen wir zur Kenntnis. Unter diesen Umständen kommt eine Benennung der Straße nach Salomon Franken überhaupt nicht mehr in Frage.

Inzwischen haben die BewohnerInnen einen eigenen Vorschlag für die Neubenennung unterbreitet.
„Eine ‘Agnes-Straße’, wie es die BewohnerInnen fordern halten wir für einen faulen Kompromiss“, erklärt Plette „schließlich ist es offensichtlich, dass hier keine tatsächliche Umbenennung geschehen soll, sondern Agnes Miegel die positivs Bezugsperson bleibt.“. Namensgeberin solle, so die AnwohnerInnen, die Heilige Agnes von Rom sein. Die Begründung Kosten zu sparen, indem man so einfach „Miegel“ aus den Briefköpfen streichen könne, ist fadenscheinig. Die Kosten einer Umbenennung gestalten sich für die AnwohnerInnen tatsächlich extrem gering, schließlich sind Änderung im Ausweis, Grundbuchänderungen und Änderungen bei Versicherungen kostenlos.

„Wir hoffen, dass den ewiggestrigen menschenfeindlichen AnwohnerInnen, die nicht bereit waren in Zusammenarbeit mit der Ortsbürgermeisterin Friesheims einen neuen Straßennamen zu wählen, nicht entgegen gekommen wird“, appelliert Plette an die Lokalpolitik.

Eine Entscheidung über den neuen Namen wird der Hauptausschuss am Mittwoch, den 1. 12. 2010 treffen.

Veranstaltungshinweise für Erftstadt


Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. November 2010

Stadt Erftstadt entscheidet: Agnes-Miegel-Straße ist passé!

Erstveröffentlichung auf Indymedia

Antifas feiern demonstrativ nach der Entscheidung.

Flyer gegen den „Bund der Vertriebenen e.V.“ [PDF]

Der Hauptausschuss entschied nach 3-stündiger Diskussion mit 13 zu zwei Gegenstimmen, die nach der nationalsozialistischen Dichterin benannten Straße umzubenennen. Alle BürgerInnen hatten die Möglichkeit im Ausschuss zu diskutieren. Die AnwohnerInnen äußerten sich offen nazistisch („Ich würde auch eine Adolf-Hitler-Straße nehmen“) und im Bezug auf den Vorschag der Antifa Erftstadt einen in der Shoah ermordeten Erftstädter Juden als neuen Namensgeber zu wählen antisemitisch („Warum muss es denn schon wieder ein Jude sein!?“). Geprägt war die Auseinandersetzung von Uneinsichtigkeit, der Relativierung von NS-Verbrechen und billigem Populismus.
AntifaschistInnen stellten noch vor Beginn der Sitzung vor dem Gebäude ein Portrait und Kerzen in Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus auf. Zudem wurden sporadisch Flyer über den „Bund der Vertriebenen e.V.“ – dem politischen Sprachrohr der „Vertriebenen“ verteilt. In der Agnes-Miegel-Straße, die sich zudem in Nähe zu einem Judenfriedhof befindet, wohnten traditionell „Vertriebene“, die auch heute noch die Mehrzahl (vier) der sechs Häuser stellen.
Jetzt obliegt es den AnwohnerInnen, gemeinsam mit der Ortsbürgermeisterin, einen neuen Namen zu wählen.

…weiterlesen bei Indymedia.

Antifa-Pressesprecherin Luca Plette erklärt abschließend: „Nach viel Öffentlichkeitsarbeit und einer langen Debatte gelang es uns, eine Umbenennung der Straße, die sich zudem in unmittelbarer Nähe zu einem Judenfriedhof befindet, zu erwirken. Die sogenannten ‚Vertriebenen‘ haben bei der Sitzung wiederholt unter Beweis gestellt, welch Geistes Kind sie sind. Wir wehren uns vehement gegen die Entkontextualisierung der ‚Vertreibung‘ und gegen Ehrungen von NS-AnhängerInnen. An diesem scheinbar banalem Beispiel eines Straßennamens wurde deutlich, dass mit dem Nationalsozialismus auch 2010 noch nicht von der Wurzel her gebrochen wurde und es keinen ‚Schlussstrich‘ unter den Nationalsozialismus geben darf. Wir werden uns auch weiterhin gegen nazistische Tendenzen in der Gesellschaft zur Wehr setzen und uns für eine würdige Art des Gedenkens an NS-Opfer einsetzen!“