Archiv für Dezember 2010

Veranstaltungstipps

1) Kulturbeben 2010 in Euskirchen

Donnerstag, 6. Januar 2011 · 19:00 Uhr
Ort: Cityforum Euskirchen
Hochstr. 39

Am Beispiel von extrem rechten Gruppen im Rhein-Erft-Kreis werden Einstellungsebenen und Verhalten ihrer ProtagonistInnen untersucht.
Inhalte der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro NRW“ werden dabei ebenso thematisiert wie moderne Erscheinungsformen der breit gefächerten Naziszene. An Hand von Musik und Propaganda der rechten Szene soll ein umfassender Einblick in die „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ ermöglicht werden, die auf viele Jugendliche faszinierend wirkt. Auch im Hinblick auf Euskirchen und die Eifel kann im Anschluss diskutiert werden, welche Gemeinsamkeiten es zwischen der extremen Rechten im Rhein-Erft-Kreis und jener in der Eifel gibt, um sich letzendlich auch der Frage nach Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus zu widmen.

2) Ungarn auf dem Weg zur völkischen Demokratie?

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer

Dass der Rechtsextremismus in Ungarn kein randständiges Phänomen ist, wurde spätestens mit den Parlamentswahlen im April dieses Jahres deutlich: Das Wahlbündnis der völkischen Partei Fidesz errang eine Zweidrittel-Mehrheit, und die rechtsextreme Partei Jobbik konnte erstmalig ins Parlament einziehen – als drittstärkste Kraft.

Karl Pfeifer wird in seinem Vortrag die Entwicklung in Ungarn nachzeichnen, die Abhängigkeiten und Differenzen zwischen Fidesz und Jobbik darstellen sowie die Konsequenzen des Wahlausgangs analysieren.

Karl Pfeifer (*1928) lebt als Journalist und Autor in Wien. Seine Beträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek und der Berliner Wochenzeitung Jungle World. Er gilt als ausgewiesener Kenner der rechten Szene in Ungarn und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen die FPÖ.

Eine Veranstaltung von: AStA der FH Köln, Gruppe Casablanca und shutdown! Köln.

Vortragsveranstaltung | Mittwoch | 12. Januar 2011 | 19:30 Uhr |
Mevissensaal der Fachhochschule Köln | Claudiusstr.1 (Köln-Südstadt)

3) Zwischen allen Stühlen

Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer

Film über das Leben von Karl Pfeifer mit anschließnder Diskussion

1938 flüchtet Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreicht er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair. Er lebt im Kibbuz, kämpft im Israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück.

„In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechen… Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben.“

Der Film begleitet Karl Pfeifer an zentrale Orte seines Lebensweges. Orte, an denen er antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Orte, an denen er seine politischen Einstellungen schärfte. Seinen Lebenswegen zu folgen bedeutet jedoch auch den Bahnen und Verstrickungen des österreichischen Antisemitismus zu folgen.

Karl Pfeifer wird an diesem Abend zu Gast sein, um nach dem Film Fragen des Publikums zu beantworten.

Filmvorführung | Donnerstag | 13. Januar 2011 |
Studiobühne der Uni Köln | Universitätsstraße 16 a |
Einlass 19.00 Uhr | Beginn 20.00 Uhr

Veranstalter:
Allgemeine Studierendenausschüsse der Fachhochschule und der Universität Köln

Unterstützt von:
Antifa AK Köln, NS-Dokumentationszentrum Köln, Gruppe shutdown! Köln, SprecherInnenrat der Philosophischen Fakultät Köln, Studiobühne Köln

Agnes-Miegel-Straße heißt nun St.-Agnes-Straße

Erstveröffentlichung auf Indymedia

Erftstadt. Nach dreimonatiger Debatte um Agnes Miegel, ausgelöst durch das symbolische Überkleben des Straßenschilds, begleitet von einer Antifa-Kundgebung, einem Antifa-Gedenken zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus, sowie viel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, gelang es der Antifa Erftstadt und ihren UnterstützerInnen aus der Zivilgesellschaft eine tatsächliche Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße zu erreichen. Der Hauptausschuss der Stadt legte Anfang Dezember den neuen Straßennamen St.-Agnes-Straße fest. Gewünscht hatten sich die AnwohnerInnen den Namen, wenn er denn überhaupt geändert werden müsse, in Agnes-Straße zu verkürzen. Die Antifa Erftstadt zog ihren eigenen Namensvorschlag – Salomon-Franken-Straße – gewählt in Gedenken an ein örtliches Opfer des Nationalsozialismus, kurzerhand zurück. Begründung: „Die sich antisemitisch und nazistisch geäußert habenden BewohnerInnen, sind nicht würdig in einer nach einem NS-Opfer benannten Straße zu leben.“

…weiterlesen bei Indymedia.