Archiv der Kategorie '03 extrem Rechts weltweit und allgemein'

Nichts und niemand ist jemals vergessen!

Aufruf zur antifaschistischen Demonstration in Gedenken an Thomas “Schmuddel” Schulz am 02.04.2011 in Dortmund!

Nichts ist vergessen und nichts wird vergeben!

Vor sechs Jahren, am 28. März 2005, wurde der Punker Thomas Schulz von einem Neonazi ermordet. Inmitten der U-Bahn-Station Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt wurde Thomas von dem damals 17-jährigen Sven Kahlin niedergestochen. Noch am selben Abend erlag Thomas im Krankenhaus seinen Verletzungen. Sein Mörder wurde daraufhin wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Eine politische Motivation hatte die I. Große Strafkammer des Dortmunder Landgerichts bei Kahlin nicht erkennen können, auch wollte das Gericht nicht von Mord sprechen, da das “Mordmerkmal der Heimtücke” nicht gegeben gewesen sei.

Dortmunder AntifaschistInnen betreiben seit den Ereignissen am Ostermontag 2005 mit alljährlichen Kundgebungen, Demonstrationen und weiteren Aktionen wie Straßenumbenennungen aktive und erfolgreiche Gedenkpolitik, um auf den Mord und dessen politischen Kontext hinzuweisen. Nicht zuletzt auch der erneute Naziangriff auf die Kneipe Hirsch Q im Dezember 2010 gibt uns allen Anlass im Rahmen der Gedenkdemo auf die recht aktive Neonaziszene in Dortmund hinzuweisen und antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Der rechte Mörder bleibt der Szene treu
Vor etwa einem halben Jahr, am 23. September 2010, ist Sven Kahlin aus der Haft entlassen worden. (mehr…)

Liblarer Neonazi beteiligt an gewalttätigem Überfall auf linkes Wohnprojekt

Dresden/Erftstadt. Wie schon bereits vor einem Jahr fuhren auch dieses Jahr wieder Neonazis aus der Region Köln zum größten Neonaziaufmarsch Europas nach Dresden. Abermals beteiligten sich der Liblarer Neonazi Sebastian Ziesemann an Ausschreitungen. Dieses Jahr war er an einem Überfall auf das linke Wohnprojekt „Praxis“ beteiligt, nachdem er drei Wochen zuvor noch „gegen linke Gewalt“ in Wuppertal demonstriert hatte.


(Angreifer aus dem Video)


(Sebastian Ziesemann auf einer Neonazidemonstration am 30. Oktober 2010 in Velbert)

Wenn dem „gesunden Volksempfinden“ das Streichholz gereicht wird…

Text geklaut von der Autonomen Neuköllner Antifa [ANA]

Eine Reihe von Brandanschlägen auf islamische Einrichtungen in Berlin sorgt in den letzen Monaten zunehmend für Aufsehen. Eine Debatte um Integration, in der Sozialchauvinist_innen a la Thilo Sarrazin den Takt angeben, bietet den Eruptionen rassistischer Gewalt den passenden ideologischen Rahmen.

In den Berliner Bezirken Neukölln und Tempelhof ist es im Verlaufe des Jahres 2010 zu einer Reihe von Brandanschlägen auf Moscheen gekommen. Dass bei diesen Angriffen weder Menschen verletzt wurden noch größere Sachschäden entstanden, ist alleine der Tatsache zu verdanken, dass die Feuer frühzeitig entdeckt wurden oder in Folge von dilettantischer Ausführung die Brandquellen von selbst erloschen. Von November bis Anfang Dezember kam es innerhalb von drei Wochen zu drei versuchten Brandstiftungen. Am frühen Morgen des 28.Novembers entdeckte ein Gemeindemitglied, dass Unbekannte an einem Seiteneingang der Al-Nur-Moschee in der Haberstraße mittels einer brennbaren Flüssigkeit ein Feuer gelegt hatten. Bereits eine Woche zuvor musste der Hausmeister der Moschee am Columbiadamm morgens eine brennende Propangasflasche löschen, die an der Rückwand eines Nebengebäudes der Moschee abgelegt worden war. Nach Angaben der Gemeinde war dies bereits der vierte Anschlag dieser Art im Jahre 2010. Der bisher letzte und spektakulärste Anschlag ereignete sich am Morgen des 10. Dezembers. In Berlin-Tempelhof warfen Unbekannte einen Molotov-Cocktail gegen ein islamisches Kulturzentrum und setzten so Teile der Fassade in Brand. Auch wenn die Täter_innen bisher nicht gefasst werden konnten, ist von einem rassistischen Hintergrund der Taten auszugehen. Fakt ist, dass die deutsche Geschichte nach 1990 gekennzeichnet ist von einer Kontinuität rechter Gewalt. Tatsache ist auch, dass die Ursachen der jeweiligen Eskalation rechter Gewalt dort ihren Ursprung haben, was üblicherweise als Mitte der Gesellschaft bezeichnet wird. Als Anfang der neunziger Jahre die Flüchtlingsheime brannten, fanden die Täter_innen den ideologischen Nährboden für ihre Taten im aufkeimenden neuen deutschen Nationalismus, der sich konkret in einer rassistischen Debatte über Migration und das Recht auf Asyl äußerte. Eine Debatte die schließlich mit der faktischen Abschaffung des Asylrechts 1993 gekrönt wurde. Ähnlich wie in der Vergangenheit, muss davon ausgegangen werden, dass es sich auch bei den aktuellen Brandanschlägen auf Moscheen, nicht wie von den Medien vielfach suggeriert wird, um Taten fernab jeglicher gesellschaftlicher Debatten handelt. Vielmehr nehmen die Täter_innen, ob es sich nun um Neonazis oder unorganisierte Rassist_innen handelt, mit ihren Anschlägen offensichtlich Bezug auf die seit Monaten in Deutschland mal wieder besonders heftig grassierende Integrationsdebatte. Den aktuellen Impuls ihrer rassistischen Aufladung verdankt sie dabei einem sozialdemokratischen ehemaligen Bundesbanker und Berliner Finanzsenator.
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Veranstaltungstipps

1) Kulturbeben 2010 in Euskirchen

Donnerstag, 6. Januar 2011 · 19:00 Uhr
Ort: Cityforum Euskirchen
Hochstr. 39

Am Beispiel von extrem rechten Gruppen im Rhein-Erft-Kreis werden Einstellungsebenen und Verhalten ihrer ProtagonistInnen untersucht.
Inhalte der rechtspopulistischen „Bürgerbewegung pro NRW“ werden dabei ebenso thematisiert wie moderne Erscheinungsformen der breit gefächerten Naziszene. An Hand von Musik und Propaganda der rechten Szene soll ein umfassender Einblick in die „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ ermöglicht werden, die auf viele Jugendliche faszinierend wirkt. Auch im Hinblick auf Euskirchen und die Eifel kann im Anschluss diskutiert werden, welche Gemeinsamkeiten es zwischen der extremen Rechten im Rhein-Erft-Kreis und jener in der Eifel gibt, um sich letzendlich auch der Frage nach Präventions- und Interventionsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus zu widmen.

2) Ungarn auf dem Weg zur völkischen Demokratie?

Vortrag und Diskussion mit Karl Pfeifer

Dass der Rechtsextremismus in Ungarn kein randständiges Phänomen ist, wurde spätestens mit den Parlamentswahlen im April dieses Jahres deutlich: Das Wahlbündnis der völkischen Partei Fidesz errang eine Zweidrittel-Mehrheit, und die rechtsextreme Partei Jobbik konnte erstmalig ins Parlament einziehen – als drittstärkste Kraft.

Karl Pfeifer wird in seinem Vortrag die Entwicklung in Ungarn nachzeichnen, die Abhängigkeiten und Differenzen zwischen Fidesz und Jobbik darstellen sowie die Konsequenzen des Wahlausgangs analysieren.

Karl Pfeifer (*1928) lebt als Journalist und Autor in Wien. Seine Beträge erscheinen unter anderem in der Budapester Wochenzeitung Hetek und der Berliner Wochenzeitung Jungle World. Er gilt als ausgewiesener Kenner der rechten Szene in Ungarn und engagiert sich seit Jahrzehnten gegen die FPÖ.

Eine Veranstaltung von: AStA der FH Köln, Gruppe Casablanca und shutdown! Köln.

Vortragsveranstaltung | Mittwoch | 12. Januar 2011 | 19:30 Uhr |
Mevissensaal der Fachhochschule Köln | Claudiusstr.1 (Köln-Südstadt)

3) Zwischen allen Stühlen

Lebenswege des Journalisten Karl Pfeifer

Film über das Leben von Karl Pfeifer mit anschließnder Diskussion

1938 flüchtet Karl Pfeifer als Zehnjähriger mit seiner Familie aus Österreich, zunächst nach Ungarn. Vier Jahre später erreicht er Palästina mit einem der letzten Kindertransporte des Hashomer Hatzair. Er lebt im Kibbuz, kämpft im Israelischen Unabhängigkeitskrieg und kehrt Anfang der 50er Jahre nach Österreich zurück.

„In Österreich angekommen musste ich bei der Staatspolizei vorsprechen… Heimkehrer seien in Österreich nur die, die in der Wehrmacht bzw. in der Waffen SS gedient haben.“

Der Film begleitet Karl Pfeifer an zentrale Orte seines Lebensweges. Orte, an denen er antisemitischen Angriffen ausgesetzt war. Orte, an denen er seine politischen Einstellungen schärfte. Seinen Lebenswegen zu folgen bedeutet jedoch auch den Bahnen und Verstrickungen des österreichischen Antisemitismus zu folgen.

Karl Pfeifer wird an diesem Abend zu Gast sein, um nach dem Film Fragen des Publikums zu beantworten.

Filmvorführung | Donnerstag | 13. Januar 2011 |
Studiobühne der Uni Köln | Universitätsstraße 16 a |
Einlass 19.00 Uhr | Beginn 20.00 Uhr

Veranstalter:
Allgemeine Studierendenausschüsse der Fachhochschule und der Universität Köln

Unterstützt von:
Antifa AK Köln, NS-Dokumentationszentrum Köln, Gruppe shutdown! Köln, SprecherInnenrat der Philosophischen Fakultät Köln, Studiobühne Köln

Bustickets zur Nihad Yusufoglus Gedenk-Demo

Am 28. Dezember findet in Hachenburg (Westerwald) eine antirassistische Gedenkdemonstration für Nihad Yusufoglus statt. Am Tag genau vor 20 Jahren wurde er von einem damals ebenfalls 17-jährigen Neonazi erstochen. Wir unterstützen diese wichtige Gedenkdemonstration.

Bustickets könnt ihr für 15€ / Stück bei der Antifa Euskirchen/Eifel und bei uns erwerben. Der Bus hält in Köln, Euskirchen und Bonn. (Übrigens auch ein gutes, da wichtiges, Weihnachtsgeschenk für Genoss_innen!)

Öffentliche Möglichkeiten Tickets zu kaufen:

  • ab 04. Dezember 2010 | Buchladen „Le Sabot“ Bonn
    Breite Straße 76, 53111 Bonn. Einfach nach den Bustickets fragen!
  • 11. Dezember 2010 | 18:00 Uhr | Bürgerhaus Kall-Golbach / Eifel
    Infoveranstaltung mit dem 28. Dezember Bündnis im Rahmen von 20 Jahre ART-Eifel
  • 19. Dezember 2010 | 17:00 Uhr | AZ Köln
    Unkaputt_bar: Vorführung der Dokumentation “Das Braune
    Chamäleon” der Gruppe “Medienprojekt Wuppertal”, veranstaltet von der Antifaschistischen Jugend Köln

Auf nach Hachenburg!
Kein Vergeben! Kein Vergessen!
Wir bringen die Zentren ins Hinterland!

Veranstaltungshinweise für Erftstadt


Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. November 2010

Vortrag: „Der Wille zur Ausgrenzung“

zur Debatte um Thilo Sarrazin

Die in den letzten Wochen durch die in Spiegel und Bild veröffentlichen Auszüge aus dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin entbrannte Debatte über Migration in Deutschland offenbart erneut die rassistischen und islamophoben Vorurteile der deutschen Mehrheitsbevölkerung.
Gleichzeitig fördert Sarrazin mit seinen Auslassungen gegen Arbeitlose und andere „Unproduktive“ eine Diskussion, in der eine noch stärkere Ausbeutung der Lohnarbeit wieder offen gewünscht wird.
Das sich, laut einer Emnid-Umfrage, fast jede_r fünfte Deutsche vorstellen könnte, eine „Sarrazin-Partei“ zu wählen, macht unserer Meinung eine linksradikale Intervention umso notwendiger.

Vortrag und Diskussion zur Debatte um Thilo Sarrazin.
Donnerstag, den 23. September 2010
18:00 | Q1, Bergisch Gladbach

Veranstaltet von der Gruppe conflict

Infoheft zum GMF-Syndrom in der Eifel erschienen

Klär Dich Auf haben das „Herzstück“ ihrer vergangenen Arbeit veröffentlicht. Das „Infoheft zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Eifel“ bietet erstmals eine wissenschaftliche Erhebung rechtsextremen Potentials für den Sozialraum der Eifel – und liefert damit eine fundierte Wissensgrundlage für alle, die in dörflichen Sozialräumen antifaschistisch aktiv werden wollen.

Den Schwerpunkt des Infohefetes bildet der Beitrag „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in der Eifel – Eine quantitative Regionalstudie“ von Pascal Frank (Mitglied bei KDA), welche zugleich seine Abschlussarbeit an der Fernuniversität Hagen ist. „Diese Studie ist m.E. der deutschlandweit erste Versuch, das GMF-Konzept des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer auf die kommunale Ebene herunterzubrechen und auf diese Weise eine Vorstellung von der Ausprägung Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit für einen ganz konkreten Sozialraum zu gewinnen.“, schreibt Frank in der Einleitung des KDA-Heftes. Aufbau und theoretischer Rahmen dieser Arbeit sind ebenso wie die Fragen der Studie selbst bewusst Heitmeyer’s jährlich erscheinender Reihe „Deutsche Zustände“ entlehnt. Insgesamt wurden 200 Haushalte in der Gemeinde Nettersheim befragt – mit jeweils über 80 Fragen.
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Wölfe, aber keine Neonazis im „Schafspelz“

Gemeinsam mit der linksradikalen Assoziation shutdown! haben wir einen Flyer geschrieben, der erklären möchte „warum die Rassist_innen von Pro NRW als das zu kritisieren sind, was sie sind“.
Die Verklärung von „pro NRW“ zu „Nazis“ halten wir für falsch, da die Programmatik der rechtspopulistischen Partei sich z.T. deutlich von derer Nazis unterscheidet. Wer pro NRW als Nazis bezeichnet betreibt eine falsche Analyse und verkennt somit die tatsächlich von pro NRW ausgehenden Gefahren.

Download: Wölfe, aber keine Neonazis im „Schafspelz“ [PDF]

Demofrühling beginnt!

Im Frühling gibt es gleich mehrere Gelegenheiten gegen Nazis und andere Widerlichkeiten sowie für linke Freiräume auf die Straße zu gehen:

26.-28. März in Mülheim/Bochum/Gelsenkirchen/Duisburg
Aktionen gegen NPD und „pro NRW“
Wochenend-Planer | Aufruf: Für ein selbstbestimmtes Leben – Rechtes Märchenland zerlegen!
Wir distanzieren uns explizit von den Bündnissesn „Duisburg stellt sich quer“ und dem „Marxloher Bündnis“, die ebenfalls zu Gegenaktivitäten aufrufen. In diesem Zusammenhang verweisen wir auf die auch von uns unterstütze „Petition gegen reaktionäre Organisationen in antifaschistischen Bündnissen“.

2. und 3. April in Stolberg
Aktionen gegen die Naziaufmärsche im Aachener Vorort
Aufruf zu Gegenaktivitäten

3. April in Dortmund
Gedenkdemonstration an den von Nazis ermordeten Punker Thomas Schulz unter dem Motto “Linke Freiräume erkämpfen!”

10. April in Essen
Demo gegen den Naziladen Oseberg
Aufruf zur Demonstration