Archiv der Kategorie '13 In eigener Sache'

AG’s „Courage“ stellen Projekt im NS-Dokumentationszentrum aus

Erftstadt/Köln. Mit einem Beitrag zum Jugend- und Schüler-Gedenktag beteiligen sich die AG Courage vom Gymnasium Lechenich in Kooperation mit der AG Courage des Ville-Gymnasiums an einer Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Auch eine Schülergruppe des lechenicher Gymnasiums hat sich mit einem eigenen Projekt in die alljährlich stattfindenden Sonderausstellung eingebracht.

Die AG’s haben eine „braune Tonne“ erstellt, „die der fachgerechten Entsorgung von Nazipropaganda dient.“ Sollten extrem rechte Parteien vor der Schule mit Propaganda um Jugendliche werben, kommt die künstlerisch umgestaltete Tonne zum Einsatz. Naziflyer können hier weggeworfen und Informationen über Neonazis stattdessen erhalten werden. Dafür stehen in einem an der Tonne befestigtem Korb Informationsflyer der Kampagne „Kein Bock auf Nazis“ bereit. Mit diesem Beitrag verlies die Ausstellung den rein historischen Anspruch und legte ihr Augenmerk auch auf den Neonazismus.
Die AG’s waren einige Wochen zuvor vom CDU-Stadtverordneten Christian Kirchharz diskreditiert worden. Ihnen wurde beweislos die Kooperation mit der „linksextremistischen Antifa“unterstellt, wovon sich die Schüler_innen aber offenbar nicht beeindrucken lassen und ihre Arbeit ungebrochen fortsetzen. Auch die Schulleitungen und die Stadtverwaltung erteilten dem CDU-Verodneten eine eindeutige Absage [PDF].

Auch der Wahlpflichtkurs Geschichte/Politik der Jahrgangsstufe 8 am Gymnasium Lechenich hat sich mit einem eigenen Projekt an der Ausstellung beteiligt. Sie recherchierten zum Lebensweg jüdischer Erftstädter, die Opfern des Nationalsozialismus wurden. Auf Plakaten und in Mappen werden ihre Ergebnisse im Rahmen der Ausstellung präsentiert.

Mit dem Jugend- und Schüler-Gedenktag wird an den 27. Januar 1945 erinnert, an dem die Überlebenden des Konzentrationslagers in Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit wurden. Die Sonderausstellung findet dieses Jahr bereits zum 14. Mal statt und ist noch bis zum 20. Februar innerhalb der regulären Öffnungszeiten des NS-DOK zu besichtigen.

Presse:

Agnes-Miegel-Straße heißt nun St.-Agnes-Straße

Erstveröffentlichung auf Indymedia

Erftstadt. Nach dreimonatiger Debatte um Agnes Miegel, ausgelöst durch das symbolische Überkleben des Straßenschilds, begleitet von einer Antifa-Kundgebung, einem Antifa-Gedenken zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus, sowie viel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, gelang es der Antifa Erftstadt und ihren UnterstützerInnen aus der Zivilgesellschaft eine tatsächliche Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße zu erreichen. Der Hauptausschuss der Stadt legte Anfang Dezember den neuen Straßennamen St.-Agnes-Straße fest. Gewünscht hatten sich die AnwohnerInnen den Namen, wenn er denn überhaupt geändert werden müsse, in Agnes-Straße zu verkürzen. Die Antifa Erftstadt zog ihren eigenen Namensvorschlag – Salomon-Franken-Straße – gewählt in Gedenken an ein örtliches Opfer des Nationalsozialismus, kurzerhand zurück. Begründung: „Die sich antisemitisch und nazistisch geäußert habenden BewohnerInnen, sind nicht würdig in einer nach einem NS-Opfer benannten Straße zu leben.“

…weiterlesen bei Indymedia.

PM zur Namensänderung der Agnes-Miegel-Straße

Antifa Erftstadt zieht eigenen Namensvorschlag für Friesheimer Straße zurück – den AnwohnerInnenvorschlag „Agnes-Straße“ betrachtet die Gruppe als „faulen Kompromiss“.

„In der Ratssitzung haben die Anwohnerinnen und Anwohner gezeigt, welch menschenfeindliche Positionen sie vertreten. Wir können nicht guten Gewissens an dem Vorschlag festhalten die Straße nach Salomon Franken umbenennen zu wollen. Die sich antisemitisch und nazistisch geäußert habenden BewohnerInnen sind nicht würdig in einer nach einem NS-Opfer benannten Straße zu leben.“, stellt Antifa-Sprecherin Luca Plette klar. Eine Anwohnerin hatten in einer Hauptausschusssitzung u.a. gesagt sie „würde auch eine Adolf-Hitler-Straße nehmen“. Ein anderer Anwohner kommentierte den Namensvorschlag der Antifa mit den Worten: „Warum muss es denn schon wieder ein Jude sein!?“ Dass eine Adolf-Hitler-Straße dem Gedankengut der AnwohnerInnen tatsächlich ehrlicher Rechnung träge, nehmen wir zur Kenntnis. Unter diesen Umständen kommt eine Benennung der Straße nach Salomon Franken überhaupt nicht mehr in Frage.

Inzwischen haben die BewohnerInnen einen eigenen Vorschlag für die Neubenennung unterbreitet.
„Eine ‘Agnes-Straße’, wie es die BewohnerInnen fordern halten wir für einen faulen Kompromiss“, erklärt Plette „schließlich ist es offensichtlich, dass hier keine tatsächliche Umbenennung geschehen soll, sondern Agnes Miegel die positivs Bezugsperson bleibt.“. Namensgeberin solle, so die AnwohnerInnen, die Heilige Agnes von Rom sein. Die Begründung Kosten zu sparen, indem man so einfach „Miegel“ aus den Briefköpfen streichen könne, ist fadenscheinig. Die Kosten einer Umbenennung gestalten sich für die AnwohnerInnen tatsächlich extrem gering, schließlich sind Änderung im Ausweis, Grundbuchänderungen und Änderungen bei Versicherungen kostenlos.

„Wir hoffen, dass den ewiggestrigen menschenfeindlichen AnwohnerInnen, die nicht bereit waren in Zusammenarbeit mit der Ortsbürgermeisterin Friesheims einen neuen Straßennamen zu wählen, nicht entgegen gekommen wird“, appelliert Plette an die Lokalpolitik.

Eine Entscheidung über den neuen Namen wird der Hauptausschuss am Mittwoch, den 1. 12. 2010 treffen.

Stellungnahme zur Debatte um Agnes Miegel

In dem, in der letzten Ausgabe der „Werbe Post“, erschienen Artikel wird die Agnes-Miegel-Gesellschaft umfangreich zitiert. Ein Blick auf das Leben Agnes Miegels nach 1945 und eine genauere Betrachtung ihrer Tätigkeit im Nationalsozialismus offenbaren ein anderes Bild.
Hat sich Agnes Miegel wirklich vom Nationalsozialismus distanziert bzw. hat sie diese Ideologie nie geteilt?

Im Nationalsozialismus verfasste sie zahlreiche nazistische Gedichte (z.B. „An Deutschlands Jugend“, „An den Führer“ und „Dem Führer“). Außerdem war sie Mitglied der NSDAP, der NS-Frauenschaft und wurde von der Hitlerjugend auf Grund ihrer NS-Lyriken geehrt. [1]
Erwiesen ist außerdem, dass sie „Exklusivbeiträge“ für die extrem rechte Zeitschrift „Nation Europa“ geschrieben hat. [2] Die Monatszeitung wurde 1951 vom ehemaligen SS-Sturmbannführer und „Chef der Bandenbekämpfung“ im Führerhauptquartier, Arthur Ehrhardt und dem Schriftsteller und ehemaligen SA-Obersturmführer Herbert Böhme gegründet. [3] Sogar der Verfassungsschutz NRW nennt die Zeitschrift ein „wichtiges“ rechtsextremistisches Theorie- und Strategieorgane in der Bundesrepublik Deutschland. [4] Das „Collegium Humanum“, ein auf Grund von Antisemitismus inzwischen verbotener Verein, veranstaltete noch im 21. Jahrhundert ein Wochenendseminar in Vlotho [5] mit dem Thema: „Ostpreußens Beitrag zur Kultur Europas – Schwerpunkt Agnes Miegel und Ordensstaat.“. Auch über ihren Tod hinaus ist sie damit für Rechtsradikale und Neonazis ein Anziehungspunkt geblieben. [6]

Auf der Internetseite der Agnes-Miegel-Gesellschaft wird eine CD angeboten, auf der Gisela Limmer von Massow zusammen mit dem Wiener Neofaschisten Walter Marinovic Gedichte von Miegel rezitiert. [7] Marinovic war bereits mehrfach Referent auf Veranstaltungen der NPD. [8]

Die in der britischen Besatzungszone lebende Miegel wurde zwar rehabilitiert; allerdings ist auch hier eine genauere Betrachtung nötig. Ab dem Frühjahr 1946 wurden Deutsche von den Briten offiziell an der Durchführung der Entnazifizierung beteiligt. Bereits Ende 1947 legen die Briten die Verantwortung für die Entnazifizierung weitgehend in deutsche Hände. [9] Das Entnazifizierungsurteil Miegels stammt aus dem Jahr 1949. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es hieß sie sei „entlastet“. Schließlich waren die Anfangsjahre der BRD durch eine Schlussstrichmentalität und Schuldverdrängung gekennzeichnet. Die Verantwortung für das Entnazifizierungsurteil lag also längst in deutschen Händen und nicht mehr bei den Alliierten. Von diesen hingegen war Miegel bis 1949 von einem Veröffentlichungsverbot belegt. [10] In der Bundesrepublik hingegen kam sie zu Ansehen. Ehrenbürgerschaften wurden ihr verliehen, Schulen und Straßen nach ihr benannt. Im Geiste blieb sie der undemokratischen bis neonazistischen Rechten verfallen. Dieses Versäumnis behebt die Stadt Erftstadt – nach Jahrzehnten – endlich. Das ist gut so und die Verantwortlichen der Agnes-Miegel-Gesellschaft sollten endlich aufhören sich diesen Tatsachen zu verschließen.

Für die Stadt Erftstadt kann es nur eine moralisch tragbare Entscheidung geben: die Straße nach einem Opfer des Nationalsozialismus zu benennen. Wir haben deswegen Salomon Franken als neuen Namensgeber vorgeschlagen. Seine heute in Israel lebende Familie sympathisiert mit unserer Forderung an die Stadt. [11] Denn es geht darum zu zeigen, dass nicht NS-Täter geehrt, sondern NS-Opfern gedacht wird. Es geht darum zu zeigen, dass kein Schlussstrich unter die deutsche Geschichte gezogen wird!

Erftstadt, 24.10.2010
Luca Plette für die Antifa Erftstadt

Antifa Erftstadt
c/o Infoladen
Ludolf-Camphausen-Str. 36
50672 Köln

Quellen:
[1] Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 409.
[2] http://www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/neuenkirchen/1274022_Agnes_Miegel_die_Hitler_Verehrerin.html
[3] Anton Maegerle, Globalisierung aus Sicht der extremen Rechten, Braunschweig 2005, S. 57
[4] http://www.im.nrw.de/sch/348.htm
[5] http://nrw.vvn-bda.de/bilder/Lagerzeitung.pdf
[6] http://www.salzekurier.de/Berichte_09/090201_Agnes_Miegel.html
[7] http://www.preussenversand.de/Ostpreussen/CDs/-Hoerspiele/Verlorene-Heimat-CD::3162.html
[8] www.gruene.at/uploads/media/Marinovic.pdf
[9] http://www.wdr.de/themen/politik/deutschland/wiederaufbau/entnazifizierung/index.jhtml
[10] http://www.nrw.vvn-bda.de/texte/0372_schule.htm
[11] http://twitter.com/LucaPlette/status/28399601716

Aufruf zur antifaschistischen Kundgebung in Erftstadt und Infos

Update:

Es wird, wenn notwendig, Pavillons zum unterstellen geben!

+++ Wir haben eine Materialsammlung [PDF] (ca. 50 Seiten – 3,5MB) zu Agnes Miegel veröffentlicht +++ es besteht die Möglichkeit die Forderung nach Umbenennung zu unterstützen +++ Am 05. Oktober 2010 veranstalten wir eine Kundgebung unter dem Motto „Kein Vergeben den NS-TäterInnen – Kein Vergessen den NS-Opfern!“ in Erftstadt +++ Zugtreffpunkt: Köln Hbf 15:21 Uhr Gleis 8 B-C (RE 12085) +++

Kein Vergeben den NS-TäterInnen – Kein Vergessen den NS-Opfern!

Aufruf zur antifaschistischen Kundgebung am 05. Oktober 2010 in Erftstadt | 16 Uhr | gegenüber des Rathauses in Erftstadt-Liblar

Vor der Ratssitzung am 05. Oktober wollen wir eine Kundgebung gegen den relativierenden Umgang mit NS-TäterInnen abhalten. Anlass ist die öffentliche Debatte um die Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße im Ortsteil Friesheim. Die Dichterin gilt als literarisches Aushängeschild des Nationalsozialismus und hat sich auch nach Kriegsende nicht vom Nationalsozialismus distanziert. Im Gegenteil: sie publizierte weiterhin in nazistischen Kreisen, wie z.B. in der Zeitung „Nation Europa“. Folgerichtig gilt sie auch für Neonazis noch heute als bedeutende Persönlichkeit und kann sich der Zustimmung von bspw. geschichtsrevisionistischen und antisemitischen Organisationen sicher sein – als Beispiel sei hier auf das inzwischen verbotene „Collegium Humanum“ verwiesen.

Dass eine Straße in Erftstadt nach ihr benannt ist, verwundert nicht, denn Agnes Miegel konnte- wie viele andere NationalsozialistInnen auch- in der Bundesrepublik ungebrochen Karriere machen. Zur Verantwortung wurde sie nicht gezogen, als Täterin viele Jahre lang nicht angesehen. Trotz der gegenteiligen Faktenlage sind es vor allem extrem konservative Kräfte, die auch heute noch versuchen, die Ostpreußin Agnes Miegel als „Heimattreue“ und von Hitler „Verführte“ und damit als angeblich unschuldige Mitläuferin im Nationalsozialismus zu stilisieren. Dabei war Miegel eine literarische Stütze des Nationalsozialismus. (mehr…)

Dortmund 2010: „nationalen Antikriegstag“ sabotieren!

Am 4.September wollen sich Hunderte Neonazis in Dortmund versammeln, um vermeintlich „Gegen Krieg und Kapitalismus“ zu demonstrieren. Es ist kein Zufall, dass sich Neonazis Themen aussuchen, mit denen sie zumindest teilweise an den Konsens der deutschen Gesellschaft anknüpfen können. Folgerichtig wenden sie sich in ihrem Aufruf im Namen „aller Völker“ gegen eine obskure „geldhungrige international agierende und auserwählte Minderheit“ und „das wahre Gesicht der westlichen Verwertungsmaschine“. Wen sie damit meinen ist klar: die USA und Israel als den Staat der Jüdinnen und Juden – und sie können sich sicher sein: die mag hier sowieso kaum jemand.

>>> Aufruf: Antiamerikanismus, Antizionismus und verkürzte Kapitalismuskritik angreifen! Den „Antikriegstag“ sabotieren!

>>> Veranstaltungen, NRW-weit rund um (Neo)naziideologien
>> Köln (31.08.2010): Antikapitalismus von rechts?

>>> Mobilisierungsveranstaltung mit dem s4-Bündnis am 24.08.2010 in Köln. -> *Infos*

AZ Köln akut bedroht – Anti-Rep-Party am Freitag

Nachdem vor mehr als zwei Monaten ein Haus in Köln besetzt wurde, wird jenes Autonome Zentrum, ein Ort für nichtkommerzielle Kunst, Kultur und Politik, akut mit der Räumung bedroht.Unter fadenscheiniger Begründung wollen die Eigentümer_innen die Nutzer_innen aus einem Gebäude verbannen, für welches keine Nutzung vorgesehen ist und welches lange Zeit ungenutzt leer stand.

>>>zum AZ-Blog

Kommenden Freitag findet eben dort die Antirepressionsparty je ne regrette rien statt – vorausgesetzt das Gebäude ist bis dato nicht geräumt. Die vielleicht letzte Gelegenheit das AZ Köln zu besuchen nicht zu nutzen wäre das Einzige, was dann zu bereuen ist. Also kommt zur Party!
Im Falle einer Räumung: 18:00 Uhr Reclaim the Streets am Samstag nach der Räumung @ Ring zwischen Rudolf- und Friesenplatz!

>>>zum Party-Blog

Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!

Wir unterstützen den Aufruf gegen jeden Extremismusbegriff 2010 [PDF] der Gruppe INEX.

Auch in Erftstadt haben wir mit den Auswüchsen der Extremismustheorie zu tun: Wenn Menschen meinen die Antifa sei genauso bekämpfenswert, wie die Nazis; Politiker_innen die Ansicht vertreten Erftstadt dürfe nicht in die Hände von Extremist_innen fallen, die alle gleichsam die (längst nicht existente) Dorfidylle stören; brennende Autos zu linksradikalen Aktionen verklärt und auf eine Stufe mit Angriffen auf Migrant_innen, Obdachlose oder andere Personen, die Nazis als „lebensunwert“ deklarieren, gestellt werden ist der Extremismusbegriff und seine krude Theorie längst verinnerlicht und reproduziert.

Aufruf zur kollektiven Verweigerung politischen Unsinns

Das veränderte politische Klima unter der schwarz-gelben Koalition hat bereits erste Einschnitte zur Folge. So konnte man in den letzten Tagen in Dresden und Berlin sehen, was der Staat vom aktiven Engagement gegen Nazis und deren Gesinnung hält. Die Repressionen gegen Vereine und Initiative, die sich den Nazis entgegenstellen, zeigen wie der Staat auch in Zukunft mit solchem Engagement umzugehen gedenkt.
In Teilen der Öffentlichkeit zeichnet sich zwar Empörung gegen dieses Vorgehen ab. Gleichzeitig verweigern sich jedoch die Protestierenden der konsequenten Kritik des Extremismusbegriffs. Die Extremismusformel als legitimatorische Basis des Vorgehens von Politik, Staatsanwaltschaft und Polizei wird damit von den Kritiker_innen selbst reproduziert und ihre Konsequenzen werden billigend in Kauf genommen.
Hier deshalb unser Aufruf „Gemeinsam gegen jeden Extremismus? Nicht mit uns!“, in dem wir dazu auffordern sich endgültig vom Extremismusansatz zu verabschieden.
…weiterlesen [PDF].

Es bleibt dabei: Linke, antifaschistische Politik und Kultur sind nicht „extremistisch“, sondern extrem wichtig!

Stellungnahme zum Naziouting in Liblar

Hohe Wellen schlägt derzeit eine Outingaktion gegen den Nationalsozialisten Sebastian Ziesemann aus Erftstadt-Liblar. Dieser war, laut Indymedia, in der Nacht zum 5. Januar mittels Flugblätter in Briefkästen und an Straßenlaternen bildlich illustriert als Nazi seiner Nachbarschaft vorgestellt worden. Im Internet bekennen sich „AntifaschistInnen aus Köln“ hierzu und verweisen auf eine ähnliche Aktion, bei welcher kürzlich der „Freie Kräfte Köln“-Funktionär René Emmerich seiner Nachbarschaft unfreiwillig vorstellig wurde.
Von verschiedensten Seiten zeigten sich bereits Reaktionen. Uns liegen aufschlussreiche Statements von Bürgern und Nazis vor. Uns halbwegs positiv gesonnene Bürger_innen hoffen wenigstens, dass nicht wir hinter dieser „extremistischen“ Aktion stecken. Manch andere_r Bürger_in offenbart dabei nur allzudeutlich, dass nicht die Nazis, sondern Linke- also „die Antifa“ das eigentliche Problem sind. Einig sind sie sich jedoch darin, dass die Aktion als solche abzulehnen sei.
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zwischen Weihnachten und Julfest

Wir wünschen allen Antifaschist_innen und Freund_innen eine erholsame Zeit, einen guten Rutsch und viel Erfolg im neuen Jahr!

Heute wird die Geburt eines jüdischen Kindes gefeiert. Wie stehen eigentlich die Nazis dazu?
Die NSDAP versuchte die emotionale Bindung des christlichen Festes durch ein auf heidnische Traditionen fußendes Julfest zu ersetzen. Diesem Thema widmet sich noch bis zum 17. Januar 2010 eine Sonderausstellung mit dem Titel „Von wegen Heilige Nacht! – Weihnachten in der politischen Propaganda“ im NS-Dokumentationszentrum im EL-DE-Haus in Köln (am Appellhofplatz).
Auch die „Jungle World“ griff das Thema in einer Ausgabe mit dem Artikel „Wenn die Ahnen um den Lichtbaum tanzen“ auf.